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ORF-Betriebsrat rast in Schüler-Gruppe

Am Dienstag besuchte eine Wienerin ihren zehnjährigen Neffen Markus (Name von der Red. geändert) im Wiener Spital SMZ-Ost, wo der Bub seit bereits fünf Wochen liegt. „Du hast aber jetzt schon sehr lange Haare“, schmunzelte die Tante. „Ja“, antwortete Markus traurig, „dafür habe ich aber nur noch einen kurzen Fuß.“

Nach einem schweren Verkehrsunfall hatten Ärzte lange darum gekämpft, dem Kind beide Beine zu erhalten – und verloren. Ein Unterschenkel musste vom Knie weg amputiert werden.

Die Tragödie ist seit 25. März Flüsterthema im Wiener ORF-Zentrum am Küniglberg. Denn damals gab es vor einer nahen „Gourmet Spar“-Filiale in der Jagdschloßgasse ein Blutbad. Der 67-jährige Lenker eines Nissan Qashqai wollte aus der Tiefgarage unter dem Supermarkt rollen, verlor dabei aber die Herrschaft über das schwere Geländefahrzeug und raste geradeaus auf den Gehsteig gegenüber zu – direkt hinein in eine Gruppe von Volksschülern. Zwei Buben wurden dabei erheblich verletzt. Der zehnjährige Markus musste mit dem Notarzt-Heli abtransportiert werden. Er wird sein Leben lang gehandicapt bleiben. Und auch die Jugend wird nicht leicht, wenn andere Fußball spielen oder tanzen.

„Der Wagen schoss plötzlich weg, ich konnte nichts tun.“
In der Polizeimeldung hieß es, der Unfallwagen sei beschlagnahmt worden und werde auf technische Gebrechen überprüft. Die Identität des (nüchternen) Lenkers wurde sorgsam geschützt, was auf eine mächtige Person hindeutete. Das ORF-Gemauschel wusste auch einen Namen dazu. Und ÖSTERREICH-Recherchen brachten den Beleg: Am Steuer saß „Betriebsratskaiser“ Heinz Fiedler – ein Mann, der mehrere Generaldirektoren schuf.

Und nach einer Schrecksekunde am Telefon war der 67-Jährige auch bereit, über den Unfall zu sprechen: „Glauben Sie mir, die Szenen verfolgen mich bis in den Traum. Denn ich habe drei Enkelkinder im Alter von Markus. Aber ich weiß noch immer nicht, wie es passieren konnte. Der Wagen ist auf einmal weggeschossen, ich konnte nichts tun.“

Ob das stimmt, wird ein Strafverfahren klären. Fiedler selbst erlitt beim Crash einen Lendenbruch. Sein Opfer hat er noch nicht im Spital besucht.

So mächtig ist Heinz Fiedler

Betriebsrat Heinz Fiedler gilt als einer der mächtigsten Männer im ORF. Er hat die Geschichte des Senders mehr bestimmt als viele Direktoren. Fiedler ist bereits seit 1963 im ORF tätig, ein Jahr später wurde er Betriebsrat, bis vor zwei Jahren leitete er den Zentralbetriebsrat. Der 67-jährige Bürgerliche ist in den Aufsichtsräten bis heute wichtiger Strippenzieher – er gilt zudem als einer der Topverdiener am Künigl­berg. Zuletzt hatte er seinen Rückzug aus dem ORF vorbereitet, Anfang 2011 geht er in Pension – die Abfertigung soll 25 Gehälter betragen.

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