Schulwege sollen sicherer werden

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Schulwege sollen sicherer werden

Auf den ersten Blick sieht alles perfekt aus: Die Markierung am Schutzweg ist auffallend grell, am Straßenrand gibt es Poller mit Warnschleifen, vor Schulbeginn macht ein Lotse Dienst. Und trotzdem wurde hier – in der Grinzinger Straße in Wien-Döbling - diese Woche eine Lehrerin von einem Auto niedergemäht. Sie überlebte nur mit Glück.

Österreichs Schutzwege - die dafür gedacht waren, unsere Kinder sicher in die Schule zu bringen – sind zu Todesfallen geworden, auf denen es immer häufiger kracht:

  • Von 2005 bis 2009 kamen in Österreich 518 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben.
  • 93 Menschen - das sind 18 Prozent - wurden am Schutzweg getötet....
  • .....davon allein 19 Menschen im Vorjahr.
  • Ebenfalls im letzten Jahr wurden 1.167 Menschen in Österreich auf Schutzwegen verletzt. Um 86 mehr als noch vor fünf Jahren.

Wenn alles so schön ausgeschildert ist, warum kracht es dann so häufig? Weil die Disziplin der Autofahrer immer mehr nachlässt. Tempo-30-Zone – wurscht. Anhaltepflicht vor Schutzwegen – geht nicht, ich hab es eilig. Telefonierverbot im Auto - was soll ich tun, wenn mein Handy klingelt?

Falle Handy
Immer öfter ist das Mobiltelefon schuld an Unfällen. Man bückt sich, weil es runtergefallen ist, man tippt Zahlen ein und achtet nicht mehr auf den Verkehr. Auch bei Lehrerin Gabriele M., die in Grinzing umgefahren wurde, könnte ein Handy Ursache dafür sein, dass der Lenker Gas gab, statt zu bremsen. Er hat einfach nicht auf die Straße geschaut.

Für Experten ist klar: Es muss endlich was getan werden. Für viele Eltern Wasser auf die Mühlen. Denn in ganz Österreich gibt es auf Schulen Hunderte Initiativen, die mehr Sicherheit für den Schulweg der Kinder fordern. Aber sie laufen meist gegen Betonwände. Zusätzliche Ampeln seien zu teuer (60.000 Euro), die Bewilligungen zu kompliziert, sagen Behörden und Politiker. So wird vertröstet, verschoben – bis, wie jetzt zweimal in Wien, etwas passiert.

Tut endlich was!
Aber selbst dann rühren Politik und Behörden den Beton an. Döb­lings Bezirksvorsteher Adolf Tiller (ÖVP) versprach nach dem Tod von Fabian eine Ampel. Nun hört man nichts mehr davon. Wiens Verkehrs-Stadtrat Rudolf Schicker ist sich überhaupt nicht sicher, ob er etwas tun will.

Wo sind die mutigen Politiker (Land, Bund, Gemeinde), die jetzt handeln? Wo ist die Innenministerin, die eine „Aktion scharf“ für Schutzwege startet?

ÖSTERREICH will nicht mehr warten, bis es die nächsten Toten gibt. Wir starten die Aktion „Sicherer Schulweg“ Machen Sie mit: Schreiben Sie hier ein Email.

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