29. Mai 2010 12:04
Auf den ersten Blick sieht alles perfekt aus: Die Markierung am Schutzweg
ist auffallend grell, am Straßenrand gibt es Poller mit Warnschleifen, vor
Schulbeginn macht ein Lotse Dienst. Und trotzdem wurde hier – in der
Grinzinger Straße in Wien-Döbling - diese Woche eine Lehrerin von einem Auto
niedergemäht. Sie überlebte nur mit Glück.
Österreichs Schutzwege - die dafür gedacht waren, unsere Kinder sicher in
die Schule zu bringen – sind zu Todesfallen geworden, auf denen es immer
häufiger kracht:
- Von 2005 bis 2009 kamen in Österreich 518 Fußgänger bei
Verkehrsunfällen ums Leben.
- 93 Menschen - das sind 18 Prozent - wurden am Schutzweg getötet....
- .....davon allein 19 Menschen im Vorjahr.
- Ebenfalls im letzten Jahr wurden 1.167 Menschen in Österreich auf
Schutzwegen verletzt. Um 86 mehr als noch vor fünf Jahren.
Wenn alles so schön ausgeschildert ist, warum kracht es dann so häufig? Weil
die Disziplin der Autofahrer immer mehr nachlässt. Tempo-30-Zone – wurscht.
Anhaltepflicht vor Schutzwegen – geht nicht, ich hab es eilig.
Telefonierverbot im Auto - was soll ich tun, wenn mein Handy klingelt?
Falle Handy
Immer öfter ist das Mobiltelefon schuld an
Unfällen. Man bückt sich, weil es runtergefallen ist, man tippt Zahlen ein
und achtet nicht mehr auf den Verkehr. Auch bei Lehrerin Gabriele M., die in
Grinzing umgefahren wurde, könnte ein Handy Ursache dafür sein, dass der
Lenker Gas gab, statt zu bremsen. Er hat einfach nicht auf die Straße
geschaut.
Für Experten ist klar: Es muss endlich was getan werden. Für viele Eltern
Wasser auf die Mühlen. Denn in ganz Österreich gibt es auf Schulen Hunderte
Initiativen, die mehr Sicherheit für den Schulweg der Kinder fordern. Aber
sie laufen meist gegen Betonwände. Zusätzliche Ampeln seien zu teuer (60.000
Euro), die Bewilligungen zu kompliziert, sagen Behörden und Politiker. So
wird vertröstet, verschoben – bis, wie jetzt zweimal in Wien, etwas
passiert.
Tut endlich was!
Aber selbst dann rühren Politik und Behörden
den Beton an. Döblings Bezirksvorsteher Adolf Tiller (ÖVP) versprach nach
dem Tod von Fabian eine Ampel. Nun hört man nichts mehr davon. Wiens
Verkehrs-Stadtrat Rudolf Schicker ist sich überhaupt nicht sicher, ob er
etwas tun will.
Wo sind die mutigen Politiker (Land, Bund, Gemeinde), die jetzt handeln? Wo
ist die Innenministerin, die eine „Aktion scharf“ für Schutzwege startet?
ÖSTERREICH will nicht mehr warten, bis es die nächsten Toten gibt. Wir
starten die Aktion „Sicherer Schulweg“ Machen Sie mit: Schreiben
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