10. April 2010 10:47
Im einem Seniorenheim im Salzburger Pongau sind vor rund zwei Wochen drei
Mitarbeiterinnen fristlos entlassen worden. Sie sollen über Jahre hinweg
Bewohner bestohlen und zum Teil sogar sexuell missbraucht haben.
Möglicherweise gab es auch einen Versuch von Sterbehilfe. Der Bürgermeister
der betroffenen Gemeinde bestätigte am Samstag den Vorfall. Die
Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.
Ein Wechsel in der Betriebsführung des Heimes zu Jahresbeginn dürfte das
Bekanntwerden der Vorfälle erleichtert haben, die allesamt zwei bis 15 Jahre
zurückliegen, wie der Ortschef ausdrücklich betont. Drei Mitarbeiterinnen
meldeten am 23. März der neuen Chefin, dass sich drei Bedienstete - die bis
Ende 2009 als Leiterin tätige Mitarbeiterin und zwei Pflegehelferinnen -
damals viel zu Schulden hätten kommen lassen. Noch am selben Tag befragte
auch der Bürgermeister die drei Zeuginnen: "Ich habe sie ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass sie die Wahrheit sagen müssen, weil alles protokolliert
wird."
Verdacht auf sexuelle Übergriffe
Zwei Tage später erneuerten
die drei bei einem zweiten Gespräch - dieses Mal war unter anderem der
Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes Helmut Schmidt als Vertreter des
Heimbetreibers dabei - die Vorwürfe. Danach wurden die drei Verdächtigen in
Einzelgesprächen mit den Vorwürfen konfrontiert, dabei gaben diese teilweise
die Anschuldigungen auch zu. "Unmittelbar darauf habe ich alle drei
vorläufig vom Dienst suspendiert und ihnen angeboten, selbst zu kündigen",
so der Ortschef. Da sie dies nicht taten, wurden sie tags darauf fristlos
entlassen. "Auf die Stunde hat das Rote Kreuz die Mitarbeiterinnen durch
andere ersetzt, für die Heimbewohner gab es also keinerlei Auswirkungen."
Der ärgste Vorwurf ist ein Versuch von Sterbehilfe. "Die Anschuldigung ist
komplett ungeprüft, es ist fraglich ob da was dran ist", sagte der
Bürgermeister, der in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die
Unschuldsvermutung hinwies. "Eher erhärtet" haben sich hingegen die
Aussagen, wonach es bei mehreren Bewohnern zu sexuellen Übergriffen durch
die drei Verdächtigen gekommen sei. Und auch der Vorwurf, betagte Menschen
seien im Heim bestohlen worden, konnte nicht entkräftet werden. Der Ortschef
hat noch am Tag der Suspendierung die Staatsanwaltschaft informiert.
Insgesamt dürften nach seinen Schätzungen vier oder fünf Bewohner des Hauses
von den Vorfällen betroffen gewesen sein.