Sexueller Missbrauch in Seniorenheim

Pongau

Sexueller Missbrauch in Seniorenheim

Im einem Seniorenheim im Salzburger Pongau sind vor rund zwei Wochen drei Mitarbeiterinnen fristlos entlassen worden. Sie sollen über Jahre hinweg Bewohner bestohlen und zum Teil sogar sexuell missbraucht haben. Möglicherweise gab es auch einen Versuch von Sterbehilfe. Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde bestätigte am Samstag den Vorfall. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Ein Wechsel in der Betriebsführung des Heimes zu Jahresbeginn dürfte das Bekanntwerden der Vorfälle erleichtert haben, die allesamt zwei bis 15 Jahre zurückliegen, wie der Ortschef ausdrücklich betont. Drei Mitarbeiterinnen meldeten am 23. März der neuen Chefin, dass sich drei Bedienstete - die bis Ende 2009 als Leiterin tätige Mitarbeiterin und zwei Pflegehelferinnen - damals viel zu Schulden hätten kommen lassen. Noch am selben Tag befragte auch der Bürgermeister die drei Zeuginnen: "Ich habe sie ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie die Wahrheit sagen müssen, weil alles protokolliert wird."

Verdacht auf sexuelle Übergriffe
Zwei Tage später erneuerten die drei bei einem zweiten Gespräch - dieses Mal war unter anderem der Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes Helmut Schmidt als Vertreter des Heimbetreibers dabei - die Vorwürfe. Danach wurden die drei Verdächtigen in Einzelgesprächen mit den Vorwürfen konfrontiert, dabei gaben diese teilweise die Anschuldigungen auch zu. "Unmittelbar darauf habe ich alle drei vorläufig vom Dienst suspendiert und ihnen angeboten, selbst zu kündigen", so der Ortschef. Da sie dies nicht taten, wurden sie tags darauf fristlos entlassen. "Auf die Stunde hat das Rote Kreuz die Mitarbeiterinnen durch andere ersetzt, für die Heimbewohner gab es also keinerlei Auswirkungen."

Der ärgste Vorwurf ist ein Versuch von Sterbehilfe. "Die Anschuldigung ist komplett ungeprüft, es ist fraglich ob da was dran ist", sagte der Bürgermeister, der in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Unschuldsvermutung hinwies. "Eher erhärtet" haben sich hingegen die Aussagen, wonach es bei mehreren Bewohnern zu sexuellen Übergriffen durch die drei Verdächtigen gekommen sei. Und auch der Vorwurf, betagte Menschen seien im Heim bestohlen worden, konnte nicht entkräftet werden. Der Ortschef hat noch am Tag der Suspendierung die Staatsanwaltschaft informiert. Insgesamt dürften nach seinen Schätzungen vier oder fünf Bewohner des Hauses von den Vorfällen betroffen gewesen sein.

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