So tarnte sich Aribert Heim in Kairo

Er lebte als Muslim

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So tarnte sich Aribert Heim in Kairo

Schauplatz ist ein Hotel am Rande der ägyptischen Millionenstadt Kairo: Hier soll sich der international gesuchte Nazi-Verbrecher und KZ-Arzt Aribert Heim versteckt gehalten haben - und 1992 gestorben sein.

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Um seine Spur zu verwischen, wurde aus dem "Schlächter von Mauthausen" ein zum Islam konvertierter "Doktor Tarek".

"Das war ein richtiger Hüne, gesprochen hat er wenig, aber er hat nicht ein einziges Gebet in der Moschee verpasst", erinnert sich Gamal Abu Ahmed an seinen früheren Mitbewohner im Hotel "Kasr el Medina" in der Port-Said-Straße.

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Der frühere Kaufmann bewohnt heute "Doktor Tareks" damaliges Zimmer im 6. Stock des Hotels, das einst wohl bessere Tage gesehen hat.

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Die Enthüllung über die wahre Identität von "Doktor Tarek" - der sich den vollen Decknamen Tarek Hussein Farid zulegte - bringt Abu Ahmed nicht aus der Fassung: "Ich wusste, dass Doktor Tarek deutschsprachig und Muslim war, stutzig gemacht hat mich das nie", sagt er. "Doktor Tarek" habe ein sehr geregeltes Leben geführt, "sportliche Übungen am Morgen, Gebete in der Moschee el Ashar, viel Lesen und Schreiben in einem Schaukelstuhl", berichtet Abu Ahmed.

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Der deutsche Botschafter in Kairo, Bernd Erbel, sagt, für ihn und seine Mitarbeiter sei "Doktor Tarek" ein Unbekannter. Für den Nazi-Arzt wäre das Risiko viel zu hoch gewesen, Kontakt mit der Botschaft aufzunehmen. Er gehe davon aus, dass Heim ägyptischer Staatsbürger geworden sei.

Wie der 1914 im österreichischen Bad Radkersburg geborene KZ-Arzt von Mauthausen in das Kairoer Hotel kam - Abu Ahmed kommt ins Grübeln. Dann fällt ihm aber ein, dass der Mann gute Beziehung zu den Hotelbesitzern, der Familie Doma, hatte und zum Geschäftsführer, einem deutschsprachigen Armeemitglied namens Mohammed Sherif. Die Familie Doma war auch im Besitz jener persönlichen Dokumente, die vom ZDF und der "New York Times" als Belege dafür angeführt werden, dass Doktor Tarek und Aribert Heim identisch sind. Tatsache ist, dass Ägypten für eine ganze Reihe flüchtiger Nazi-Schergen zum sicheren Hafen wurde. Sie profitierten von Freundschaften mit ranghohen Einheimischen im Umfeld von König Faruk, wie Historiker berichten.

Antrag auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis: Beruf: "Ökonom", Konfession: "Moslem", Name: "Tarek Farid Hussein" Geburtsort: "Radkersburg"
(Bitte auf das Bild klicken, Foto: (c) EPA/ZDF)


urkunde

Abu Ahmed erinnert sich, dass Doktor Tarek alle drei Monate von seinem Sohn aus Deutschland Besuch bekam. An dem Tag, an dem Doktor Tarek im August 1992 seinem Darmkrebsleiden erlag, sei der Sohn aber nicht dagewesen, versichert der Kaufmann. Doktor Tarek wurde nach seinen Aussagen morgens tot in seinem Zimmer gefunden. Ein Krankenwagen habe den Toten abgeholt. Weil nichts für die Beerdigung vorbereitet war, wurde Doktor Tarek alias Aribert Heim nach Abu Ahmeds Schilderung in einem Armengrab bestattet.

Der Arzt habe ein einsames Leben geführt, sei nur wenig ausgegangen und habe kaum Besuch bekommen, berichtet sein einstiger Hotel-Nachbar. "Er war sehr fromm - einen Bart hat er zwar nicht getragen, sich aber auch nie glatt rasiert, und während des Ramadan hat er stets gefastet."

Fotos: (c) APA

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