28. Oktober 2008 22:09
Nächster Knalleffekt um den Unfalltod von Jörg Haider: Am Dienstag gelangte
eine anonyme Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft ein. Der
brisante Inhalt, der ÖSTERREICH vorliegt: „Es besteht der dringende
Tatverdacht, dass Dr. Jörg Haider gewaltsam zu Tode gekommen ist. Die
Staatsanwaltschaft Klagenfurt wird aufgefordert die notwendigen Ermittlungen
aufzunehmen und die Leiche bis zur Klärung zu beschlagnahmen und einer
weiteren unabhängigen vollständigen gerichtlichen Obduktion zu unterziehen.“
Staatsanwalt bestätigt
„Ja, wir bekommen täglich solche
Sachverhaltsdarstellungen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft
Klagenfurt, Helmut Jamnig. Der Grund für diese Anzeigen: Die Bevölkerung
glaubt, die Staatsanwaltschaft hätte bei ihren Ermittlungen gepfuscht. So
heißt es auch in der anonymen Anzeige: „Durch die frühe Freigabe der Leiche
von Dr. Jörg Haider erscheint ein endgültiges Obduktionsergebnis als sehr
fraglich. Auch möge man untersuchen, ob die technischen Untersuchungen an
der Unfallstelle, Handyauswertung, Weg-Zeit-Diagramm, mit der notwendigen
Sorgfalt durchgeführt wurden.“ Allerdings: „Das
Ermittlungsverfahren ist in der Tat noch nicht abgeschlossen“, so Jamnig.
Warten auf Gutachten
Konkret wartet die Staatsanwaltschaft immer
noch auf die schriftlichen Gutachten der Sachverständigen. Diese wurden nach
dem Unfall gerufen, um die genauen Gründe zu eruieren. Wann die Ermittlungen
genau abgeschlossen sein werden, steht bis jetzt noch nicht fest. Es kann
zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten dauern.
Die Gerichtsmedizin hat die Leiche Jörg Haiders nach ihrer Obduktion jedoch
schon freigegeben. Der Leichnam liegt immer noch, mittlerweile schon seit
zehn Tagen, bei der privaten Bestattungsfirma PAX in Klagenfurt.
Familie will vollständige Aufklärung
Eine weitere
Obduktion, wie sie in den anonymen Anzeigen gefordert wird, könnte nur die
Familie Haiders in Auftrag geben. Offensichtlich ist auch das der Grund,
warum Jörg Haider bis heute, 19 Tage nach seinem Unfalltod, noch nicht, wie
er selbst verfügt hat, eingeäschert und im Bärental beigesetzt wurde.
Die Familie fordert – ebenso wie jene, die sich nun für weitere
Untersuchungen einsetzen – volle Aufklärung des Unfalltodes. Alle Details
müssen dabei lückenlos geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft nimmt
jedenfalls alle Anzeigen, die sie bekommt, ernst: „Jeder Hinweis fließt in
unsere Ermittlungsarbeit mit ein“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft,
Helmut Jamnig.