Verbrannte Frauenleiche im Burgenland Verbrannte Frauenleiche im Burgenland

Rotlichtmilieu

© Polizei Burgenland

 

Verbrannte Frauenleiche im Burgenland

Eine ermordete und verbrannte Frau ist am Dienstag im Gemeindegebiet von Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) an der Bundesstraße 10 zwischen Nickelsdorf und Zurndorf entdeckt worden: Der Körper lag in einem Acker zwischen einem Windschutzgürtel und einem Maisfeld. Die Unbekannte wies massive Kopfverletzungen auf. Das Opfer war fast nackt, möglicherweise handelt es sich bei ihr um eine Prostituierte. Nach dem Fund einer ebenfalls ermordeten und verbrannten Wiener Prostituierten Ende Mai im Weinviertel und zumindest einem ähnlich gelagerten Fall im August 2007 ist eine Mordserie nicht auszuschließen.

Kopfverletzung
Ein Autofahrer hatte am Dienstag die Feuerwehr wegen eines Brandes informiert. Beim Löschen stießen die Einsatzkräfte auf die Ermordete. Die Frau dürfte mit heftiger Gewalt am Kopf verletzt und dann angezündet worden sein. Zur Identitätsklärung wandten sich die Behörden an die Medien.

Brandbeschleuniger
Laut Oberstleutnant Norbert Janitsch vom Landeskriminalamt Burgenland dürfte die Leiche am Fundort abgelegt und mit einem Brandbeschleuniger übergossen worden sein. Dann zündete sie der Täter an. Im Umfeld des Fundorts war das Areal auf mehreren hundert Quadratmetern verbrannt.

Rotlichtmilieu
Die Ermittler schlossen nicht aus, dass es sich bei dem Opfer um eine Prostituierte handelte. Es wurde eine bundesweite Mitfahndung eingeleitet, berichtete das Landeskriminalamt. In allen Bundesländern werde im Bereich des Rotlichtmilieus ermittelt, betonte das Landeskriminalamt Burgenland. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ordnete eine Obduktion für Mittwochnachmittag an.

Die Getötete ist etwa 1,60 Meter groß, schlank und hatte vermutlich blonde Haare. Die Frau trug weiße Sandaletten, um den Hals hing ein Kettchen mit einem goldfarbenen, etwa drei Zentimeter großem Delfinanhänger. Die Leiche war nur noch mit einer Bluse und einem BH bekleidet.

Mordserie?
Janitsch sagte, dass ein Zusammenhang mit anderen in jüngerer Vergangenheit begangenen und bisher nicht geklärten Prostituiertenmorden nicht auszuschließen ist. So wurden in den vergangenen Jahren zwei Prostituierte in den vergangenen drei Jahren ermordet aufgefunden. Im August 2007 entdeckten Radfahrer die in Wien als Prostituierte registrierte Tschechin Katerina Vavrova an einer aufgelassenen Bahnstrecke in Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach). Sie war mit Messerstichen getötet und angezündet worden. Die Hände waren im Bereich der Handgelenke abgetrennt.

Am 30. Mai 2010 fanden Arbeiter die Arbeiter bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) die Leiche der 24-jährigen Bulgarin Petya Filkova, die in Wien auf der äußeren Mariahilfer Straße beim Westbahnhof als Prostituierte tätig war. Sie starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, dass sie durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf erlitten hatte. Das Opfer wurde im Weinviertel abgelegt, mit Benzin überschüttet und angezündet.

Bei zwei weiteren in Völkermarkt in Kärnten im Oktober 2008 bzw. im Jänner 2005 an der Südautobahn in der Steiermark gefundenen Frauenleichen steht die Identität bisher nicht fest. Ob diese beiden Fälle zu einer allfälligen Mordserie dazu gehören, wird bei den Ermittlern eher skeptisch gesehen, obwohl auch sie verbrannt wurden.

"Frau hat noch ein bisschen gebrannt"
"Als wir am Ort angekommen sind, wurden wir gleich über den Leichenfund informiert. Ich bin dann hingegangen. Die Frau hat noch ein bisschen gebrannt. Ich habe sie mit dem Feuerlöscher gelöscht." So schilderte Rudolf Lebmann, Kommandant der Feuerwehr Nickelsdorf, seinen dramatischen Einsatz am Dienstagabend. Nahe der Bundesstraße 10 bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) war eine angezündete Frauenleiche entdeckt worden.

Die Feuerwehr war eigentlich wegen eines Flurbrands alarmiert worden. "Wir sind mit zwei Fahrzeugen und 15 Mann hingefahren. Der Brand war zu diesem Zeitpunkt schon fast vorbei, lediglich ein bisschen Rauch war noch zu sehen", so Lebmann.

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