21. Juli 2010 11:28
Eine ermordete und verbrannte Frau ist am Dienstag im Gemeindegebiet von
Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) an der Bundesstraße 10 zwischen
Nickelsdorf und Zurndorf entdeckt worden: Der Körper lag in einem Acker
zwischen einem Windschutzgürtel und einem Maisfeld. Die Unbekannte wies
massive Kopfverletzungen auf. Das Opfer war fast nackt, möglicherweise
handelt es sich bei ihr um eine Prostituierte. Nach dem Fund einer ebenfalls
ermordeten und verbrannten Wiener Prostituierten Ende Mai im Weinviertel und
zumindest einem ähnlich gelagerten Fall im August 2007 ist eine Mordserie
nicht auszuschließen.
Kopfverletzung
Ein Autofahrer hatte am Dienstag die Feuerwehr
wegen eines Brandes informiert. Beim Löschen stießen die Einsatzkräfte auf
die Ermordete. Die Frau dürfte mit heftiger Gewalt am Kopf verletzt und dann
angezündet worden sein. Zur Identitätsklärung wandten sich die Behörden an
die Medien.
Brandbeschleuniger
Laut Oberstleutnant Norbert Janitsch vom
Landeskriminalamt Burgenland dürfte die Leiche am Fundort abgelegt und mit
einem Brandbeschleuniger übergossen worden sein. Dann zündete sie der Täter
an. Im Umfeld des Fundorts war das Areal auf mehreren hundert Quadratmetern
verbrannt.
Rotlichtmilieu
Die Ermittler schlossen nicht aus, dass es sich
bei dem Opfer um eine Prostituierte handelte. Es wurde eine bundesweite
Mitfahndung eingeleitet, berichtete das Landeskriminalamt. In allen
Bundesländern werde im Bereich des Rotlichtmilieus ermittelt, betonte das
Landeskriminalamt Burgenland. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ordnete eine
Obduktion für Mittwochnachmittag an.
Die Getötete ist etwa 1,60 Meter groß, schlank und hatte vermutlich blonde
Haare. Die Frau trug weiße Sandaletten, um den Hals hing ein Kettchen mit
einem goldfarbenen, etwa drei Zentimeter großem Delfinanhänger. Die Leiche
war nur noch mit einer Bluse und einem BH bekleidet.
Mordserie?
Janitsch sagte, dass ein Zusammenhang mit anderen in
jüngerer Vergangenheit begangenen und bisher nicht geklärten
Prostituiertenmorden nicht auszuschließen ist. So wurden in den vergangenen
Jahren zwei Prostituierte in den vergangenen drei Jahren ermordet
aufgefunden. Im August 2007 entdeckten Radfahrer die in Wien als
Prostituierte registrierte Tschechin Katerina Vavrova an einer aufgelassenen
Bahnstrecke in Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach). Sie war mit
Messerstichen getötet und angezündet worden. Die Hände waren im Bereich der
Handgelenke abgetrennt.
Am 30. Mai 2010 fanden Arbeiter die Arbeiter bei Hohenruppersdorf (Bezirk
Gänserndorf) die Leiche der 24-jährigen Bulgarin Petya Filkova, die in Wien
auf der äußeren Mariahilfer Straße beim Westbahnhof als Prostituierte tätig
war. Sie starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, dass sie durch drei wuchtige
Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf erlitten hatte. Das Opfer
wurde im Weinviertel abgelegt, mit Benzin überschüttet und angezündet.
Bei zwei weiteren in Völkermarkt in Kärnten im Oktober 2008 bzw. im Jänner
2005 an der Südautobahn in der Steiermark gefundenen Frauenleichen steht die
Identität bisher nicht fest. Ob diese beiden Fälle zu einer allfälligen
Mordserie dazu gehören, wird bei den Ermittlern eher skeptisch gesehen,
obwohl auch sie verbrannt wurden.
"Frau hat noch ein bisschen gebrannt"
"Als wir am Ort
angekommen sind, wurden wir gleich über den Leichenfund informiert. Ich bin
dann hingegangen. Die Frau hat noch ein bisschen gebrannt. Ich habe sie mit
dem Feuerlöscher gelöscht." So schilderte Rudolf Lebmann, Kommandant der
Feuerwehr Nickelsdorf, seinen dramatischen Einsatz am Dienstagabend. Nahe
der Bundesstraße 10 bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) war eine
angezündete Frauenleiche entdeckt worden.
Die Feuerwehr war eigentlich wegen eines Flurbrands alarmiert worden. "Wir
sind mit zwei Fahrzeugen und 15 Mann hingefahren. Der Brand war zu diesem
Zeitpunkt schon fast vorbei, lediglich ein bisschen Rauch war noch zu
sehen", so Lebmann.