Verseuchter Käse fordert weitere Opfer

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Verseuchter Käse fordert weitere Opfer

Der oststeirische Käsehersteller Prolactal, hat am Mittwoch eine Hotline für Konsumenten eingerichtet, nachdem vermutlich sechs Personen an mit Listerien verseuchten Quargel verstorben sind. Die steirische Landwirtschaftskammer (LWK) bekräftigte indessen ihre Kritik an unzureichender oder auch irreführender Kennzeichnung von Lebensmitteln. Kritik an der Kammer kam von den Grünen, Unterstützung von Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch. In Deutschland waren zwei weitere Personen nach dem Verzehr von Listerien-belastetem Käse erkrankt.

Verunsicherung beseitigen
"Nachdem davon auszugehen ist, dass bei den Konsumenten aufgrund der umfassenden öffentlich geführten Diskussion um Sauermilchkäse Verunsicherungen bestehen, hat die Unternehmensleitung der Prolactal eine gebührenfreie Hotline für alle Österreicherinnen und Österreicher eingerichtet", hieß es seitens des Unternehmens. Die Hotline ist unter der Nummer 0800-201080 ab Mittwoch zu erreichen.

"Auslobung" der Herkunft
In der weiteren Diskussion um den Fall hat LWK-Präsident Wlodkowski seine Hoffnung auf eine gesetzliche Regelung auf EU-Ebene gesetzt. In einem zweiten Schritt könnte noch ein nationales Gesetz weitere Verbesserung in der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln bringen. Eine "Auslobung" der Herkunft der Rohstoffe wäre ein erster Schritt, aber "wir geben uns keinen Illusionen hin, dass das auf nationaler Ebene auch eine intensive und harte Verhandlung mit den verarbeitenden Betrieben und dem Handel bedeutet", so Wlodkowski.

"Kein Tropfen österreichischer Milch"
Der Landwirtschaftssprecher der steirischen Grünen, Abg. Lambert Schönleitner, nannte indes die Empörung der Kammer über Lebensmittelkennzeichnungen "scheinheilig". Die LWK habe der unzureichenden Kennzeichnung jahrelang nichts entgegengesetzt. Unterstützung kam hingegen vom Bauernbund: "Wir lassen uns die heimische Qualität nicht durch zweifelhafte Produkte, in denen ausschließlich ausländische Rohstoffe verarbeitet werden, kaputtmachen", so Präsident Fritz Grillitsch. Wo unter steirischer Bezeichnung um Konsumenten geworben werde, müsse auch Steiermark drin sein. "Faktum ist, dass in diesen Quargel-Produkten nachweislich kein einziger Tropfen österreichische Milch, sondern deutscher Topfen verarbeitet wird", so der Präsident.

Der stellvertretende BZÖ-Bündnisobmann Gerald Grosz verlangte wegen des Listerien-Falls "die Ausweitung der Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung auf die AGES und die Verantwortlichen im Gesundheitsministerium bis hin zu Ressortchef (Alois, Anm.) Stöger".

2 weitere Menschen erkrankt
In Deutschland sind nach dem Verzehr von Listerien-belastetem Käse, der offenbar aus oststeirischer Produktion stammte, in Mecklenburg-Vorpommern zwei Menschen erkrankt. Die beiden Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, inzwischen gehe es ihnen wieder besser, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock laut Medienberichten am Mittwoch.

Der Discounter Lidl in Deutschland hatte den Käse ("Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel") des Herstellers Prolactal zurückgerufen. Lidl Austria stellte unterdessen in einer Aussendung klar, dass sie Käse-Sorten von Prolactal zu keinem Zeitpunkt im Sortiment hatten. Sie waren in Österreich ausschließlich bei anderen Handelsunternehmen erhältlich.

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