Vier Einbrecher-Typen machen Österreich unsicher

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Vier Einbrecher-Typen machen Österreich unsicher

Aufgebrochene Türen, zerwühlte Schubladen, Hab und Gut liegen wüst in der Wohnung verstreut: Einbrecher waren da, ein Schreckensszenario für jeden. Das eigene Heim sei der Rückzugsort, das Eindringen in die Persönlichkeit werde oft viel schwerer genommen als das Verschwinden von Gegenständen, sagte Othmar Thann.

Sicherheitsgefühl ist nach Einbruch weg
Über 90 Prozent der Einbruchsopfer fühlen sich in ihrem Heim nicht mehr sicher, in vielen Fällen wird die Wohnung gewechselt oder das Haus verkauft. 87 Prozent haben nach dem Erlebnis Angst, erneut Opfer eines Einbruchs zu werden. "Ein Einbruch hat generelle Auswirkungen auf die Lebensqualität der Opfer", unterstrich auch Thomas Feltes, Professor für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Diese psychischen Folgen seien jahrelang unterschätzt worden.

Bessere Türen und Nachbars-"Watch"
Das KfV forderte daher, mit allen Mitteln auf die Vorbeugung zu setzen - bei den Bürgern, der Kriminalprävention sowie der Auseinandersetzung mit Wiederholungstätern. So kann sich der einzelne Bürger mit einfachen technischen Maßnahmen und vor allem sozialem Verhalten schützen - indem er Engagement zeigt, sich für die Nachbarn interessiert, aufmerksam für Kleinigkeiten ist. Auch Feltes verdeutlichte: "90 Prozent der Alltagskriminalität kann durch bessere Türen, bessere Fenster und vor allem aufmerksamere Nachbarn verhindert werden."

Gruppe 1: Ausländer
Die vier Gruppen von Einbrechern im Detail: Zum einen gibt es die ausländischen Täter, die hauptsächlich in Wohnungen und Einfamilienhäuser einsteigen und im Einbrechen ihre Arbeit sehen. Diese Gruppe lasse sich von strafrechtlichen Sanktionen nicht beeindrucken, die Haft sei für sie eine Art Lebensunterhalt, sie würden getreu dem Motto "Alles ist besser als im Heimatland" agieren, erläuterte Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum und Feuer im KfV.

Gruppe 2: Suchtgiftler
Die zweite Gruppe kommt aus dem Suchtgiftmilieu. Diese Täter brechen vorwiegend in Keller ein, weil sie dort den geringsten Widerstand erwarten. Sie verwenden wenig Werkzeug und brechen oft in ihnen bekannte Objekte oder Gegenden ein, um das Tatrisiko gering zu halten. Dafür haben sie meist eine geringe Hemmschwelle, was das Risiko erhöht. Bei solchen Tätern würden zur Prävention oft leichte technische Maßnahmen und vor allem die soziale Kontrolle reichen, so Zetinigg.

Gruppe 3: Gelegenheitseinbrecher
Weiters gibt es die "Gelegenheitseinbrecher". Diese haben weder eine bevorzugte Vorgehensweise, noch haben sie Vorlieben bei der Objektwahl. Meist handelt es sich dabei um Österreicher, die nicht gewerbsmäßig vorgehen. Ihre Opfer finden sich oft im Bekanntenkreis.

Gruppe 4: Profieinbrecher
Ganz anders hingegen der Profi-Einbrecher: Er stammt oft aus schwierigen Verhältnissen und hat keine Berufsausbildung. Solche Menschen hätten sich mit ihrer Situation abgefunden, für sie sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder in Haft sind, charakterisierte Zetinigg. Täter dieser Kategorie planen sehr exakt und spionieren ihre Opfer vor der Tat aus.

Die Auswahl erfolgt nach Lebensstilzeichen - wie etwa den Autos vor dem Haus, wertvollen Gegenständen, die man auch von außen sieht, oder auch dem Müll. Die Täter zeichnen sich durch ein sehr deviantes Handlungs- und Wahrnehmungsmuster aus. "Ein gekipptes Fenster wird sofort als Schwachstelle gesehen, während andere darin eben nur ein gekipptes Fenster sehen", gab Zetinigg ein Beispiel.

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