04. August 2010 14:48
Noch ist unklar, ob die Explosion, die sich am Mittwoch beim Fahrzeugkonvoi
des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad in der westiranischen Stadt
Hamedan ereignete, auf eine Bombe oder einen Feuerwerkskörper zurückzuführen
war. Sollte Ahmadinejad allerdings tatsächlich Ziel eines Anschlags gewesen
sein, dürfte es nicht der erste gewesen sein. "Spiegel Online"
listete eine Reihe von Attentaten auf den umstrittenen iranischen
Präsidenten oder auf seine Vertrauten auf:
- Dezember 2005: Raketenangriff oder Raubüberfall?
Die
Autokolonne des Präsidenten wurde am 14. Dezember 2005 im Südosten des
Iran angegriffen. Doch was genau geschah, ist bis heute unklar. Der
iranisch-amerikanische Sender AFN berichtete von einem gezielten
Raketenangriff auf den Wagen des Präsidenten, Ahmadinejad sei
allerdings unverletzt geblieben . Die iranische Zeitung "Jomhuri
Islami" meldete hingegen, "Banditen" hätten die Autos
überfallen, Ahmadinejads Leibwächter, sein Fahrer und zwei der
Angreifer seien getötet worden. Die Regierung in Teheran bestritt
später, dass es sich um einen Attentatsversuch gehandelt habe.
Ahmadinejad sei zudem nicht vor Ort gewesen.
- Jänner 2006: Ahmadinejad entkommt Anschlägen in Ahvaz
Zwei
Bomben explodierten am 24. Jänner 2006 in der südiranischen
Stadt Ahvaz. Präsident Ahmadinejad hatte die Stadt an diesem Tag
besuchen sollen, seine Reise hatte er jedoch kurzfristig abgesagt -
offiziell wegen Sandstürmen. Ein Korrespondent des libanesischen
Senders Al-Manar berichtete jedoch, der Präsident habe den Besuch
nach einem Sicherheitshinweis abgesagt. 46 Menschen wurden bei den
Detonationen verletzt.
- Februar 2007: Angriffe auf Irans Elitetruppen
In den
folgenden Jahren gab es zahlreiche Anschläge auf die Revolutionswächter
in Iran - weitere Angriffe auf Ahmadinejad wurden nicht bekannt. Bei
einem Anschlag am 14. Februar 2007 wurden elf Menschen getötet und
31 weitere verletzt. Die Autobombe zerstörte einen Bus der
Revolutionswächter in der Stadt Zahedan nahe der Grenze zu
Pakistan. Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Terrorgruppe "Jundallah"
(Armee Gottes).
- September 2009: Verbündeter von Ahmadinejad ermordet
Ein
enger Vertrauter von Präsident Ahmadinejad wurde in seinem Haus in
der Provinz Kurdistan überfallen und mit mehreren Schüssen getötet.
Borhan Aali war Gouverneur der Region.
- Oktober 2009: Iranische Generäle getötet
Die Revolutionswächter
wurden am 18. Oktober 2009 erneut Ziel eines Anschlag in der unruhigen
Provinz Sistan-Baluchistan. Mehr als 40 Menschen wurden bei einem
Selbstmordattentat getötet - darunter auch fünf ranghohe
Kommandanten der Revolutionswächter, darunter General Nur-Ali
Shushtari. Teheran beschuldigte die USA, Großbritannien und
Pakistan, die Attentäter unterstützt zu haben.