11. Juni 2010 12:33
Zu einem Gefahrguteinsatz am Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am
See) sind am Donnerstagabend die Feuerwehren aus Zurndorf, Neusiedl am See
und Eisenstadt gerufen worden. Die Polizei hatte einen mit 26.000 Litern
Benzol beladenen Tanklaster gestoppt. Dabei stellte sich heraus, dass der
Tank des Fahrzeuges undicht war. Mit Spezialanzügen ausgerüstete Kräfte
pumpten daraufhin die krebserregende Substanz in ein Ersatzfahrzeug um.
Gegen Mitternacht war der Einsatz laut Landesfeuerwehrkommando abgeschlossen.
Gegen 17.00 Uhr wurde das mit der giftigen Substanz beladene Schwerfahrzeug
angehalten. Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass im Bereich der
Hinterachsen des Sattelzuges tropfenweise Benzol austrat, so
Schadstoffexperte Andreas Braunstein vom Landesfeuerwehrkommando. Wegen der
Isolierung des Tanks ließ sich das Leck jedoch nicht so einfach
lokalisieren. Deshalb wurde entschieden, den Inhalt in ein anderes Fahrzeug
umzupumpen.
Schutzstufe 3
Die Feuerwehr Zurndorf sowie für Gefahrguteinsätze
ausgerüstete Kräfte aus Eisenstadt und Neusiedl am See wurden verständigt.
Die Feuerwehr Eisenstadt rückte mit dem Schadstoffzug aus. Dieser verfügt
auch über ein Körperschutzfahrzeug, das mit Anzügen der Schutzstufe 3 - der
höchsten im Gefahrguteinsatz - ausgerüstet ist.
Brandgefährlich
Benzol ist leicht entzündlich und kann in
Verbindung mit Luft je nach Konzentration ein explosives Gemisch bilden.
Deshalb baute die Feuerwehr Zurndorf zunächst einen Brandschutz auf. Nachdem
gegen 20.00 Uhr das Ersatzfahrzeug eingetroffen war, begannen Einsatzkräfte
in gasdichter Schutzkleidung mit dem Umpumpen.
Die mit Hilfe von Spezialpumpen durchgeführten Arbeiten wurden gegen 22.30
Uhr abgeschlossen. Danach mussten die am Einsatz beteiligten Wehren noch
Reinigungsarbeiten durchführen. Kurz vor Mitternacht konnten die Helfer dann
einrücken.
Im Burgenland habe es heuer bisher drei ähnliche Einsätze gegeben, bei denen
aus einem Fahrzeug gefährliche Stoffe austraten, so Braunstein. Zu
Umpumparbeiten, die meist wegen technischer Mängel am Transportfahrzeug
erforderlich sind, komme es pro Jahr insgesamt etwa 20 Mal.