Grazer Amoklauf
Experte: Krisenintervention braucht Vorrang
Vor allem die direkt Betroffenen sollten jetzt möglichst rasch Kriseninterventionsangebote bekommen und von Medien geschont werden. Solche Ereignisse können insgesamt "massive traumatische Reaktionen" auslösen, sagte er zur APA.
Das gelte in gewisser Weise auch im erweiterten Schul-Setting oder der breiteren Bevölkerung. In der medialen Berichterstattung sollten daher Kriseninterventionsangebote genannt werden. "Wichtig wäre auch, möglichst auf Spekulationen zu verzichten - also darauf hinzuweisen, was man weiß und was man nicht weiß", so der Leiter des Lehrganges "Krisenintervention und Suizidprävention" an der MedUni Wien. Über Motive und den möglichen Tathergang zu spekulieren, ohne dass dem eine kritische Recherche zugrunde liegt, sollte ebenso vermieden werden wie auch Vereinfachungen.
Amoklauf in Grazer Schule
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Keine Interviews mit direkt Betroffenen
"Vor allem sollte man nicht mit potenziell oder eindeutig traumatisierten Personen Interviews führen", betonte Niederkrotenthaler. Man wisse, dass auch Menschen, die vielleicht recht gefasst wirken, "nach einem Trauma dann auch bereuen können, was sie gesagt haben. Hier ist wichtig, dass man sehr sensibel vorgeht". Professionelle Krisenintervention müsse hier jedenfalls Vorrang haben.
Auch in Gesprächen in nicht betroffenen Schulen, Schulklassen oder in Familien sollte man auf möglichst gesicherte Informationen setzen. Es liege in der Natur der Sache, dass zum jetzigen Zeitpunkt vieles noch nicht bekannt ist. Bespricht man so etwas zum Beispiel in Schulklassen, sollten sich Lehrpersonen - wenn möglich - mit der Schulpsychologie abstimmen. "Sehr oft ist es absolut sinnvoll, das sehr wohl zu thematisieren" - auch in Bildungseinrichtungen, die nicht direkt betroffen sind. Denn ein solch tragisches Ereignis könne prinzipiell jedem, der in dem Kontext arbeitet, zusetzen.
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