Haider-Familie sagt Feier ab

59. Geburtstag

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Haider-Familie sagt Feier ab

Unter dem Beifall der Kärntner Polit-Prominenz und Hunderter Zaungäste wurde am Sonntag die Lippitzbachbrücke über die Drau ihrer neuen Benennung zugeführt. Das kolossale Bauwerk heißt nun „Jörg-Haider-Brücke“. Ein Teilstück des Asphaltbelags der Brücke ist übrigens orange eingefärbt – das war es allerdings auch schon bei der Eröffnung des Bauwerks durch Haider im Jahr 2005.

Haiders Witwe Claudia nahm zur selben Zeit an einem Gedenkgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche in Graz teil. Der Grund für beide Veranstaltungen: Jörg Haiders 59. Geburtstag, den der verstorbene Landeshauptmann heute gefeiert hätte. Doch am heutigen Tag schweigt das offizielle Kärnten. Es wird keine Trauerfeierlichkeiten geben, keine Schweigeminute. „Auf Wunsch der Familie“, wie Interims-Nachfolger, BZÖ-Landeshauptmann Gerhard Dörfler, ÖSTERREICH erzählt. Im kleinen Kreis will die Familie feiern. Eine Messe soll es geben, in der Kirche der kleinen Gemeinde St. Georgen am Längsee. Eingeladen sind nur die ehemals engsten Freunde des verstorbenen „Landesvaters“, ein slowenischer Chor und ein Trupp von Jagdhorn-Bläsern, wie Claudia Haider verriet.

Denkmal am Unfallort
Doch die Ruhe um Haider wird nur einen Tag währen. Denn weitere Pläne zur Ehrung seines Andenkens stehen kurz vor der Umsetzung. Der Klagenfurter Landhauspark wird künftig den Namen Jörg Haiders tragen. Und jene Stelle an der Rosentalerstraße im Süden Klagenfurts, an der Haider bei Tempo 170 und 1,8 Promille Alkohol im Blut die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, soll in naher Zukunft ein Denkmal zieren.

Im Entstehen ist auch eine Haider-Stiftung. Sie soll Stipendien für die Aufarbeitung von Haiders politischem Nachlass vergeben. Gegen die Vorwürfe einer politischen Ausschlachtung Haiders angesichts der kommenden Landtagswahlen wehrt sich das BZÖ vehement. Kritiken in diese Richtung kanzelt Dörfler als „respektlos“ ab.

Neuer Job für Claudia Haider
Auch Claudia Haider will ihren Ruf als „Landesmutter“ nicht für ein parteipolitisches Amt nutzen. Die Leitung der Haider-Stiftung würde sie aber gerne übernehmen, „wenn man das möchte“.

Claudia Haider trägt immer noch Trauer. Im Interview mit der „Kärntner Woche“ sprach sie über ihren Gemütszustand und ihre künftigen Pläne.

Frage: Heute hätte Ihr Mann Jörg Haider seinen 59. Geburtstag gefeiert. Wie geht es Ihnen?

Claudia haider: Ich bin sehr traurig. Geburtstage waren uns immer so wichtig, das war immer sein ganz persönlicher Tag. Wir müssen diesen Geburtstag nun alleine begehen – mit einer Einladung an Freunde zu einer Messe und einem stimmigen Rahmenprogramm, um Jörg Haider zu gedenken. Die Orgel und die Jagdhornbläser spielen, Kinder und ein slowenischer Chor werden singen und einiges mehr, das habe ich mir gewünscht.

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"Parteifunktionen schließe ich aus"

Frage: Welches ist denn Haiders größtes Vermächtnis?

Haider: Ein starkes Vermächtnis von ihm ist, immer Ja zum Leben und Ja zur Entwicklung zu sagen, egal in welcher Phase er gestanden ist.

Frage: Hat er den Kärntnern sogar Selbstvertrauen gegeben, wie manche behaupten?

Haider: Er hat den Menschen Mut gemacht – das erzählen mir die Leute in den vielen Begegnungen.

Frage: Welche Begegnungen erlebten Sie in den letzten Wochen?

Haider: Die Menschen tragen mich in ihrer Trauer und fassen zu mir so viel Vertrauen, dass sie Dinge aus ihrem eigenen Leben mit mir teilen möchten. Und das berührt mich zutiefst.

Frage: Sie haben ja die Rolle einer Landesmutter wahrgenommen und ausgefüllt.

Haider: Diese Rolle kann man nicht ausfüllen, sie wird einem gegeben.

Frage: Sie sind weiterhin eine Landesmutter ?

Haider: Ich kann nicht sagen, ob ich das bin. Als mein Mann noch lebte, war es immer ein Geschenk für mich, als Landesmutter empfunden zu werden.

Frage: Ist für Sie eine politische Funktion ein Thema?

Haider: Eine parteipolitische Funktion schließe ich aus. Parteipolitik war nie das meine und wird es auch nie sein. Ich werde jetzt die Stiftung von Jörg Haider machen – wenn die Menschen mich als Mitgestalterin dieser Gesellschaft annehmen, dann bin ich das gerne.

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