03. Juni 2009 20:39
Die ersten Passagen des Buches im Vorabdruck:
Tod eines „Nazis“. Im Vorwort beschreibt Wisnewski seine Motive das Buch zu
schreiben: „Dieses Buch dürfte man eigentlich gar nicht schreiben. Denn sein
Thema ist der plötzliche und unerwartete Tod eines
‚Rechtspopulisten', ‚Rechts-Politikers', ja, vielleicht sogar eines ‚Nazis'
oder ‚Neonazis'. Und solche Leute können sterben, wie sie wollen – Fragen
soll man darüber keine stellen dürfen.“
Die eigentliche Geschichte
Intensiv setzt sich der Autor dann mit
dem hohen Alkoholgehalt von 1,8 Promille, der in Haiders Blut festgestellt
wurde, auseinander. Seinen Recherchen – und Medienberichten zufolge – „seien
Haider ‚Alkohol oder verstärkende Mittel' eingeflößt worden,
2. hatte Haider ‚keinen Alkohol im Magen'.
Eingeflößt, aber nicht im Magen? Das könnte ja nur heißen, dass Haider der
Alkohol auf anderen Weg eingeführt' worden sein müsste. Auch Angehörige der
Familie Haider, die den Obduktionsbericht einsehen konnten, haben mir
bestätigt: Während im Blut und Urin höhere Alkoholkonzentrationen gemessen
worden seien, seien im Magen nur verschwindend geringe Mengen vorhanden
gewesen.“
Und damit entspinnt Wisnewski jene Theorien, die gleich nach Haiders Tod
kursierten, doch stets als Unfug abgetan worden. Wisnewski jedoch schreibt
die völlig unbestätigten Gerüchte in einem Buch nieder: „Weil
die Wirklichkeit nichts für die Öffentlichkeit ist, muss man halt um den
heißen Brei herumschreiben, was dann wenig überzeugend klingt: Hier
steht man nun und kann nicht anders.“ Wisnewski beschreibt schließlich
Praktiken in dunklen Hinterzimmern von einschlägigen Lokalen in Klagenfurt:
„Während mir der Mund offen stehen blieb und ich mir vorzustellen versuchte,
wie der Landeshauptmann“ diesen Praktiken nachging, lässt er dann einen
ungenannten Journalisten-Kollegen sagen, dass Haider hier in einem
Hinterzimmer vielleicht überrumpelt worden war: „Wenn, dann sind
solche Spielchen wohl eher was für ausgedehnte Orgien.“
Und Wisnewski spinnt weiter, dass es sich hier um „zumindest eine schwere
Körperverletzung, vielleicht sogar mit Todesfolge“ handeln könnte. Und
weiter: „Ja, man bewegt sich da sogar haarscharf an dem, worum es hier in
diesem Buch geht, nämlich am Mord.“
Leben und Sterben im Phaeton. Der Wagen, in dem Haider dann am 11. Oktober
zu Tode kam, spielt die nächste, zentrale Rolle in dem Skandal-Buch. Schon
der Name des Autos erregt Wisnewskis Interesse: „Den abgestürzten
Helios-Sohn Phaeton als Namensgeber und eine tödliches Attentat (das auch
noch einen Weltkrieg auslöste) sind nicht gerade ein gutes Omen für ein
Luxusauto.“
Er darf das Unfallauto untersuchen und bemerkt: „Was als Erstes auffällt:
Das Wrack wurde nicht etwa in seine Einzelteile zerlegt, sondern steht
genauso da wie auf der Straße. Eine umfassende technische Analyse kann so
kaum stattgefunden haben. Ein Blick in den Innenraum bestätigt: Stark
geblutet hat hier niemand. Die Frontairbags sind entfaltet und
blütenweiß.“
Schließlich kommt der deutsche Journalist zum Schluss: „dass man es
nämlich mit zwei Phaetons zu tun hatte.“