Erneut Katastrophenalarm in St. Pölten

Hochwasser

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Erneut Katastrophenalarm in St. Pölten

Niederösterreich - Starkregen, Vekehr lahmgelegt

Kein Ende der Unwetter in Niederösterreich: Am Montagabend standen im Bundesland 2.000 Feuerwehrleute aus 150 Feuerwehren im Einsatz. Innerhalb der vergangenen 14 Tage waren damit bereits mehr als rund 18.000 Mitglieder damit befasst, Dämme zu sichern, Häuser zu evakuieren, Vermurungen zu beseitigen, Verkehrswege freizumachen und Auspumparbeiten zu leisten.

Mehrere Ortschaften in Niederösterreich waren zeitweise von der Umwelt abgeschnitten. In allen betroffenen Bezirken stiegen die Pegel der Bäche und Flüsse wieder deutlich an. An der großen Tulln etwa werde mit einem zehnjährigen Hochwasser gerechnet, so das Landesfeuerwehrkommando.

Wieder Katastrophenalarm in St. Pölten
Binnen weniger Tage ist am Montag zum dritten Mal Katastrophenalarm in St. Pölten ausgerufen worden. Sintflutartige Regenfälle haben den gesamten Verkehr lahmgelegt, in den Stadtteilen kam es zu großflächigen Überflutungen. Rund 200 Einsätze habe die Feuerwehr zu bewältigen.

"Es ist unvorstellbar, im Westen St. Pöltens saufen wir total ab", schilderte St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler Montagabend nach einer Erkundungstour die Lage als "schlimmer als je zuvor".

Auf Grund der Wassermengen durch die heftigen Niederschläge musste der Verkehr auf der Westbahn um 19.35 Uhr unterbrochen werden, teilte der Krisenstab mit. Die Fluten hatten den Frachtenbahnhof unter Wasser gesetzt, wo auch die Gleise der Westbahn durchführen. Die Gleise der Leobersdorfer Bahn wurden unterspült. Nach eineinhalb Stunden konnte der Zugsverkehr zumindest eingleisig wieder fortgesetzt werden.

Die Stockinger Brücke an der B1 war ebenso unpassierbar wie Europaplatz und Dr. Theodor Körner-Straße, Wassser drang in die Voith-Fabrik ein. Die Stadtsäle am Schießstattring standen unter Wasser, die E-Trafos sollten als Vorsichtsmaßnahme von der EVN abgeschaltet werden. Alarm gab es dann in der Stadt auch für die Mariazeller Straße und die Josefstraße.

Äußerst kritisch war die Lage zwischen Alpenbahnhof und Europaplatz: Ein sieben Meter breiter Strom dränge dort Richtung Innenstadt. Rund um die Stockinger-Brücke, Leobersdorfer Bahn und für die Unternehmen Reinex und Voith wurde Alarm gegeben. Nach Angaben des städtischen Krisenstabes lief ein Großeinsatz beim Heizwerk der ÖBB am Eisberg, das unter Wasser stand.

Indessen gingen in St. Pölten die Sandsäcke aus, die Fluten erreichten die Innenstadt und drangen in Amtsgebäude und Schulen ein. Auch der Hof der Polizeidirektion stand unter Wasser.

In Harland trat der Harlander-Bach beidseitig über die Ufer und setzte den Bereich beim Amtshaus unter Wasser. Eine Person konnte vor dem Ertrinken gerettet werden.

Erst am späten Abend begann sich die Situation in der Landeshauptstadt langsam zu entspannen. Einige Straßensperren konnten wieder aufgehoben werden.

Unwetter in Krems
Auch im Bezirk Krems gingen starke Niederschläge nieder. Binnen kürzester Zeit ließen die Wassermassen mehrere Bäche und den Kremsfluss rasant ansteigen. Zahlreiche Objekte in mehreren Ortschaften wurden überflutet. Die Straßenverbindungen von Senftenberg nach Reichau sowie nach Stixendorf mussten gesperrt werden, weil der reißende Reichaubach die Straße an mehreren Stellen unterspült oder weggerissen hatte.

Die Wachau-Bundesstraße B3 im Bereich Weißenkirchen wurde wegen Überflutungen gesperrt, in Spitz an der Donau verursachten Starkregenfälle neuerlich lokale Überschwemmungen.

Lesen Sie hier: Zuletzt gab es vor 190 Jahren so viel Regen

Autobahnen unter Wasser
Mehrere Autobahnen standen bis zu 30 Zentimeter unter Wasser. Hauptbetroffen war die Außenring-Autobahn (A21) bei Alland in beiden Fahrtrichtungen. Massive Behinderungen wegen Überschwemmungen gab es aber auch auf der Westautobahn (A1) in Fahrtrichtung Wien zwischen Pöchlarn und St. Christophen sowie auf der Südautobahn (A2) in Fahrtrichtung Wien bei Kottingbrunn.

Aktuelle Verkehrsbehinderungen

Burgenland - Starkregen hält Feuerwehren auf Trab
Neun Feuerwehren sind am Montagnachmittag in den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung ausgerückt um Keller auszupumpen. Auch in Riedlingsdorf (Bezirk Oberwart) waren Feuerwehren nach starkem Regen im Einsatz. Gegen 16.05 hätte die Feuerwehralarmzentrale laufend Notrufe erreicht, erklärte Hauptbrandinspektor Stefan Hahnenkamp.

In Parndorf und Neusiedl am See beispielsweise standen gleich mehrere Keller unter Wasser. Auch etwa die Gemeinden Purbach oder Breitenbrunn sind nicht vom Regen verschont geblieben. In Breitenbrunn sei laut einer Augenzeugin das Wasser 20 bis 25 Zentimeter hoch die Straße hinuntergeronnen, so Hahnenkamp. Viele nordburgenländische Ortschaften entlang der B50 seien betroffen.

Wien - über 90 Feuerwehreinsätze
In Wien waren am Montag vor allem die Bezirke Hernals, Währing und Döbling betroffen; zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. Die Feuerwehr meldete mehr als 90 Einsätze seit dem frühen Nachmittag.

Kärnten - zahlreiche Keller unter Wasser
Heftige Unwetter und Starkregen haben Montagnachmittag im Raum Wolfsberg in Kärnten zu Überflutungen geführt. Im Siedlungsgebiet von St. Marein wurden zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Ein Frau wurde mit ihrem Kind im Auto von den Wassermassen eingeschlossen, beide wurden von der Feuerwehr aus ihrer misslichen Lage befreit.

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