Fall Sofia: Mutter im Visier der Justiz

Niederösterreich

Fall Sofia: Mutter im Visier der Justiz

Der Obsorge-Streit um die sechsjährige Sofia spitzt sich erneut zu: Am Freitag hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Sofias Mama Doris Povse wegen des Vorwurfs des Kindesentzugs vorgeladen. Im Mittelpunkt der Einvernahme stand die „Flucht“ von Povse mit Sofia diesen August und die Frage, ob das eine strafbare Handlung war.
„Mir war keine strafbare Handlung bewusst“

Wie ÖSTERREICH berichtete, tauchte die Mama mit Sofia unter und fuhr mit ihr bis nach Gran Canaria. Dann lenkte das Gericht ein und die geplante Rückführung von Sofia zum leiblichen Vater nach Italien (er hat dort die Obsorge) wurde vorerst aufgehoben. Im Flieger von Frank Stronach kehrte die Familie zurück.

Povse zu ÖSTERREICH: „Ich konnte mein Kind nicht alleine lassen, das widerspricht meiner Verantwortung als Mutter. Seit 2010 habe ich in Österreich die Obsorge für Sofia. Mir war nicht bewusst, dass ich strafbar gehandelt habe“, sagt sie zu ÖSTERREICH. Zusammen mit ihrer Anwältin Astrid Wagner hat Povse jetzt einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens gestellt.

Gutes Omen? Verhandlung an Sofias 7. Geburtstag
Diese Woche entscheidet sich Sofias Zukunft auf einem anderen Schauplatz: Am Freitag, an Sofias 7. Geburtstag, fällt das Gericht in Treviso das Urteil, ob die Vollstreckung der Rückführung von Sofia nach Italien endgültig ausgesetzt wird. Ist das der Fall, darf Sofia weiter bei ihrer Mama bleiben. Um anderen zu helfen, gründete Povse zur Wahrung von Kinderrechten einen eigenen Verein. (www.vereinsofia.at).

ÖSTERREICH: Das Gericht ermittelt gegen Sie wegen Kindesentzug, Ihnen droht sogar eine Anklage. Wie rechtfertigen Sie sich?
Doris Povse: Seit 2010 habe ich in Österreich das Sorgerecht für Sofia. Ich habe sie beschützen wollen. Mir war nicht bewusst, dass ich eine strafbare Handlung damit gesetzt haben soll. Ich fordere die Einstellung dieses Verfahrens.

ÖSTERREICH: Am Freitag wird in Treviso verhandelt...
Povse: Es gibt keinen Kontakt zum Vater. Wir hoffen, dass die Rückführung von Sofia ausgesetzt wird.

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Autor: Prüller/Schröfl
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