Nächtliche Tatrekonstruktion in Krems

Tod im Supermarkt

© APA

Nächtliche Tatrekonstruktion in Krems

20.42 Uhr vor dem Kremser Supermarkt. Es ist stockdunkel. Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich sieben Fahrzeuge von Justiz und Polizei auf, parken vor dem hell erleuchteten Supermarkt. Blitzschnell sperren 20 Polizisten im Umkreis von hundert Metern den Tatort ab. Die Todesschüsse in der Nacht von 4. auf 5. August – jetzt wurden sie rekonstruiert.

Vor exakt drei Wochen lösen zwei Jugendliche um 2.28 Uhr den stillen Alarm aus. Eine Polizeistreife raste an den Tatort.

Dann überstürzten sich die Ereignisse. In einem dunklen Winkel des Supermarktes treffen die beiden Polizisten, ein Mann und eine Frau, auf die Einbrecher. Sie fühlen sich bedroht. Die Täter sind bewaffnet. Erst später stellt sich heraus: Mit einem Schraubenzieher und einer Gartenhaue.

Dann fallen Schüsse. Der 14-jährige Florian P. stirbt, sein Komplize Roland T. erleidet einen Oberschenkelschuss. Aber: Vieles bleibt im Unklaren. Der Lokalaugenschein in der Nacht sollte alles klären.

„Da, der Roland“
Im Fünf-Minuten-Takt füllt sich langsam der Parkplatz: Mit vier Pkws rückt die Sonderkommission aus Linz an, dann kommen Staatsanwalt Friedrich Köhl, der Schuss-Sachverständige Ingo Wieser, Gerichtsmediziner Christian Reiter. Fünf Jugendliche – Freunde von Florian P. – stehen neugierig daneben: „Da hinten steht der Roland“, sagt einer. Er sitzt seit dem Tattag in U-Haft.

Knapp nach 21 Uhr treffen die beiden Polizisten Andreas K. und Susanne G. ein. Sie haben in jener Nacht geschossen. Der 28-jährige Rumäne, der im Fluchtwagen gewartet hatte, erscheint als Letzter.

Die Rekonstruktion beginnt. Die Glasfront des Supermarktes ist mit Papier verhängt. Das Einschussloch an Metallstrebe Nummer 6 soll verborgen bleiben. Von Weitem sieht man Roland T. Er trägt einen Kapuzenpullover.

Dann die erste Aufregung. Polizistin Susanne G. erleidet einen Nervenzusammenbruch. Der Lokalaugenschein steht vor dem Abbruch. Dann entscheiden alle: Es geht weiter. Fast die ganze Nacht lang.

Erste Details dringen nach außen. Etwa über den Augenblick, bevor die Schüsse fielen. So soll einer der Täter mit hochgezogenem Arm auf die Polizisten losgerannt sein. Glaubte der Polizist, der Täter hätte eine Waffe?

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