Witwer fordert Millionen

A22-Todescrash

Witwer fordert Millionen

Das Bundesheer muss sich auf ein juristisches Scharmützel einrichten. Der Witwer der bei dem Horror-Crash vor elf Tagen getöteten Tschechin Iryna L. (32) bereitet mit seinem österreichischen Anwalt eine Millionenklage vor: „Unsere Tochter Michaela weiß, dass ihre Mama nie wieder nach Hause kommen wird. Sie ist sehr tapfer, aber das Heer soll Schandenersatz leisten, für das, was es angerichtet hat“, so Leos L. zu ÖSTERREICH.

DNA-Probe
Der Unternehmer (38) musste nun mit seiner sechs Jahre alten Tochter von Znaim nach Wien fahren, um DNA-Proben abzugeben. Nur so kann das völlig verbrannte Opfer des Crashs endgültig offiziell identifiziert werden.

Genickbruch
Die letzten Sekunden im Leben von Iryna L. müssen grauenhaft gewesen sein. Die gebürtige Ukrainerin war in eine ­Nebelwand gerast, mit dem Wagen gegen die Leitschiene gekracht und hatte sich das Genick gebrochen. In der Folge starb sie im explodierenden Wrack. Sieben weitere Personen wurden bei der Karambolage zum Teil schwer verletzt – sie überlegen nun eine Sammelklage gegen das Heer.

Finaler Beweis
Tatsächlich ist inzwischen erwiesen, dass bei einer Bundesheerübung neben der Donauuferautobahn gezündete Nebelgranaten viel zu nah an der A 22 losgingen. Etliche Zeugen berichteten von Schwaden, die vom Übungsgebiet Richtung Autobahn zogen und den fatalen Crash auslösten. Den finalen Beweis sollen nun die Autopsie des Todesopfers und kriminaltechnische Untersuchungen der Wracks bringen – werden chemische Rückstände von Granaten gefunden, kommen schwere Zeiten auf das Heer zu – und auf den Steuerzahler. Denn nach dem Amtshaftungsgesetz haftet die Republik als Arbeitgeber der Soldaten, wenn diesen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird. Schadenersatz in Millionenhöhe halten Juristen in dieser Causa für zu hoch gegriffen. Jedoch könnten bei Privatklagen beträchtliche Summen zusammenkommen.

Ohne Mama
Verteidigungsminister Norbert Darabos hat indes reagiert und den Übungsleiter versetzt. Witwer Leos L. fordert hohe Strafen für die Schuldigen: „Als die Polizei kam und mich über den Tod von Iryna informierte, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Unsere Tochter Michaela hat sich schon so auf ihren ersten Schultag im September gefreut. Sie wollte unbedingt, dass ihre Mama sie hinbringt. Jetzt müssen wir alleine gehen.“

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