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Amelie: Nächste Operation am Dienstag

Haut wuchs nur zum Teil wieder an

Amelie: Nächste Operation am Dienstag

„Wir müssen eine Hauttransplantation durchführen“, sagt der plastische Chirurg Heinrich Schubert im Gespräch mit ÖSTERREICH. Mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Rottweiler-Attacke auf Amelie Reifberger (4) ist der Leidensweg des kleinen blonden Engels aus Wals-Siezenheim noch lange nicht zu Ende. Wie berichtet hatte der dreijährige Rüde „Avego“ das Mädchen regelrecht skalpiert und ihr ein 5x20 Zenitmeter großes Stück Haut samt Haaren vom Kopf gerissen.
Schubert konnte die Kopfhaut wieder annähen, allerdings ist ein 1,5 x 8 Zentimeter großes Stück nicht wieder angewachsen. „Das befindet sich auf der Stirn und geht in die Haare hinein“, sagt Mutter Anna Reifberger (29).

Am Dienstag entnimmt der Chirurg dann Haut vom Oberschenkel des Mädchens und transplantiert sie auf den Kopf. Im Herbst können dann in die kahle Stelle Haare eingesetzt werden.

Amelie ist weiterhin der Liebling aller in der Kinderabteilung des LKH. „Die Betreuung ist perfekt“, bedankt sich ihre Mama bei Ärzten und Schwestern (siehe Interview).

Der erste Ausflug in die warme Frühlingssonne
Nach zwei Wochen im Bett ist Amelie noch zu schwach zum Stehen. In einem kleinen Rollstuhl unternahm sie aber am Samstag den ersten Ausflug in die warme Sonne. Auch die ersten Besuche von Freundinnen gab es bereits. Die Operation, die am Dienstag ansteht, ist kein Thema. Amelie weiß nicht, warum sie im Krankenhaus ist, und sie will es auch nicht wissen.

Hundehalter Manfred F. (41) droht nun ein lebenslanges Hundeverbot: „Wir laden ihn vor, und dann reden wir“, so Bürgermeister Ludwig Bieringer (ÖVP): „Er hat aber schon zu mir gesagt, dass er sich keinen Hund mehr nehmen will.“ Fix ist auch, dass Manfred F. wegen fahrlässiger Körperverletzung unter gefährlichen Verhältnissen angeklagt wird, weil ein 1,20 Meter hoher Zaun für einen Rottweiler viel zu niedrig ist. Es drohen bis zu zwei Jahre Haft. „Avego“ wurde eingeschläfert.

Mutter im Interview: „Mama, sag nicht, was passiert ist“

ÖSTERREICH: Wie geht es Amelie?
Anna Reifberger: Der geht’s momentan ganz gut (lächelt). Langsam wird ihr langweilig, aber wir haben schon die ersten Besuche empfangen.

ÖSTERREICH: Kann sie schon aufstehen?
Reifberger: Stehen geht noch nicht. Sie ist so lange gelegen, dass sie noch zu wackelig ist. Wir fahren mit einem kleinen Wagerl durch die Gänge. Gestern waren wir auch zum ersten Mal an der ­frischen Luft.

ÖSTERREICH: Was sagt sie selbst über den Hundeangriff?
Reifberger: Gar nichts. Sie verdrängt das im Moment noch total. Sie will nicht wissen, was passiert ist, und hat gesagt: „Ich weiß nicht, warum ich hier bin. Und, Mama, sag es mir auch nicht.“ Sie will einfach noch nicht darüber nachdenken.

ÖSTERREICH: Sie weichen nicht von ihrer Seite?
Reifberger: Nein, das könnte ich nicht. Wir haben gemeinsam ein Zimmer und ich schlafe im Bett neben ihr. Die Betreuung ist perfekt. Uns fehlt es wirklich an nichts.

ÖSTERREICH: Wie geht sie mit den Verletzungen um?
Reifberger: Sie kümmert sich nicht um das, was da oben auf dem Kopf ist. Sie sagt, dass sie nur manchmal etwas spürt, wenn sie liegt.

Wolfgang Fürweger

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