07. September 2007 14:49
"Schon vor der Erschaffung der Welt hat Gott uns..." Hier
fiel das Mikro aus
Was uns der Papst sagen wollte:
"Schon vor der Erschaffung der Welt hat Gott uns...... in Christus
erwählt. Jeden von uns kennt und liebt er von Ewigkeit her! Und wozu hat er
uns erwählt? Um in Liebe heilig und untadelig vor ihm zu leben! Und das ist
keine unerfüllbare Aufgabe: In Christus hat er uns die Verwirklichung schon
geschenkt. Wir sind erlöst! Durch unsere Gemeinschaft mit dem auferstandenen
Christus hat Gott uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet. Öffnen wir
unser Herz, nehmen wir das kostbare Erbe an! Dann werden wir mit Maria das
Lob seiner herrlichen Gnade anstimmen. Und wenn wir weiter unsere
alltäglichen Sorgen vor die makellose Mutter Christi hintragen, wird sie uns
helfen, unsere kleinen Hoffnungen immer zu öffnen auf die große, die
eigentliche Hoffnung hin, die unserem Leben Sinn gibt und uns mit tiefer,
unzerstörbarer Freude erfüllen kann.
In diesem Sinne möchte ich nun mit Ihnen aufschauen zur Immaculata, ihrer
Fürsprache die Bitten anvertrauen, die Sie vorhin vorgetragen haben, und sie
um ihren mütterlichen Schutz für dieses Land und seine Bewohner bitten:
(Jetzt hätte die Fürbitte des Heiligen Vaters folgen sollen, Anm. der Red.):
Heilige Maria, makellose Mutter unseres Herrn Jesus Christus, in dir hat
Gott uns das Urbild der Kirche und des rechten Menschseins geschenkt. Dir
vertraue ich das Land Österreich und seine Bewohner an: Hilf uns allen,
deinem Beispiel zu folgen und unser Leben ganz auf Gott auszurichten! Laß
uns, indem wir auf Christus schauen, ihm immer ähnlicher, wirklich Kinder
Gottes werden! Dann können auch wir, erfüllt mit allem Segen seines Geistes,
immer besser seinem Willen entsprechen und so zu Werkzeugen des Friedens
werden für Österreich, für Europa.
Der Anfang der Papst-Rede im Wortlaut (Was der Papst uns noch sagen
konnte):
Als erste Etappe auf meinem Pilgerweg nach Mariazell
habe ich die Mariensäule gewählt, um mit Ihnen einen Augenblick nachzudenken
über die Bedeutung der Muttergottes für Österreich einst und jetzt sowie
über ihre Bedeutung für einen jeden von uns. Von Herzen begrüße ich Sie
alle, die Sie sich hier zum Gebet an der Mariensäule eingefunden haben.
Ihnen, lieber Herr Kardinal, danke ich für Ihren herzlichen Willkommensgruß
zu Beginn dieser unserer Feier. Ich begrüße den Herrn Oberbürgermeister und
alle anwesenden Vertreter des öffentlichen Lebens. Mein besonderer Gruß gilt
den Jugendlichen und den Vertretern der anderssprachigen katholischen
Gemeinden in der Erzdiözese Wien, die sich im Anschluß an diesen
Wortgottesdienst in der Kirche versammeln und bis morgen in Anbetung vor dem
Allerheiligsten verharren werden. Damit verwirklichen sie ganz konkret, was
wir alle in diesen Tagen tun wollen: mit Maria auf Christus schauen.
Mit dem Glauben an Jesus Christus, den menschgewordenen Sohn Gottes, geht
seit frühesten Zeiten eine besondere Verehrung für seine Mutter einher, für
die Frau, in deren Schoß er Menschennatur annahm und sogar ihren Herzschlag
teilte, die einfühlsam und respektvoll sein Leben begleitete bis zu seinem
Tod am Kreuz und deren Mutterliebe er am Ende den Lieblingsjünger und mit
ihm die ganze Menschheit anvertraute. In ihrer Mütterlichkeit nimmt Maria
auch heute Menschen aus allen Sprachen und Kulturen unter ihren Schutz, um
sie in vereinter Vielfalt miteinander zu Christus zu führen. An sie können
wir uns wenden in unseren Sorgen und Nöten. Von ihr sollen wir aber auch
lernen, einander so liebevoll anzunehmen wie sie uns alle annimmt: einen
jeden in seiner Eigenart, von Gott gewollt und geliebt. In der weltweiten
Familie Gottes, in der für jeden Menschen ein Platz vorgesehen ist, soll
jeder seine persönlichen Gaben zum Wohle aller entfalten.
Die Mariensäule, die Kaiser Ferdinand III. zum Dank für die Befreiung Wiens
aus großer Gefahr auf diesem Platz errichten ließ und vor genau 360 Jahren
einweihte, soll für uns auch heute ein Zeichen der Hoffnung sein. Wie viele
Menschen haben seither vor dieser Säule innegehalten und betend zu Maria
aufgeschaut! Wie viele haben in persönlichen Nöten die Kraft ihrer
Fürsprache erfahren! Doch unsere christliche Hoffnung umfaßt noch weit mehr
als die Erfüllung unserer kleinen und großen Wünsche. Wir schauen auf zu
Maria, weil sie uns zeigt, zu welcher Hoffnung wir berufen sind (vgl. Eph
1,18), weil sie das verkörpert, was der Mensch eigentlich ist!
Wir haben es vorhin in der Lesung aus dem Brief an die Epheser gehört:
Schon vor der Erschaffung der Welt hat Gott uns... Dann fiel das Mikro
aus.