Internet-Hetzjagd
Steirer mit Appell: "Ich bin nicht der Amokläufer von Graz"
© Facebook FC Großklein
Stmk. Seit Dienstagabend sieht sich ein Artur A. aus der Südweststeiermark massiven Angriffen im Netz ausgesetzt. Der Grund: Er teilt denselben Vornamen und den Anfangsbuchstaben des Nachnamens mit dem mutmaßlichen Täter des Amoklaufs am BORG Dreierschützengasse in Graz. Das (und der Umstand, dass sein Nachname auf ausländische Wurzeln schließen lässt) reichte für einige Internet-Trolle offenbar aus, um eine Welle aus Hassnachrichten, Drohungen und Anrufen gegen ihn und seine Familie auszulösen.
Gegenüber ORF Radio Steiermark schilderte er: „Wir werden mit ekelhaften Nachrichten bombardiert. Mein Foto wurde auf Plattformen geteilt, sogar international – etwa in Frankreich.“ Selbst Bekannte und Freunde hätten ihn auf die Falschmeldung angesprochen: „Sogar Leute, die mich persönlich kennen, glauben, ich sei der Täter – weil so viele Bilder von mir verschickt wurden. Ich habe Morddrohungen bekommen.“
Angst vor Selbstjustiz
Aus Sorge vor möglichen Übergriffen verbrachte die Familie aus Sicherheitsgründen die Nacht von Dienstag auf Mittwoch an verschiedenen Orten. „Wir hatten Angst, dass jemand Selbstjustiz übt“, sagt Artur.
Der Südweststeirer wandte sich bereits an die Polizei. Die erklärte jedoch, man könne erst aktiv Schutz anbieten, wenn eine konkrete Gefahrensituation vorliege. „Man hat mir gesagt, man kann es aufnehmen, aber erst handeln, wenn etwas passiert ist“, so Artur.
Auch sein Fußballverein ist betroffen. Der Verein reagierte umgehend – der Clubobmann organisierte juristische Unterstützung. Der Fall zeigt deutlich, wie schnell Falschinformationen im Netz von Fake-News-Freaks verbreitet werden – und welche Folgen das für Unbeteiligte haben kann.
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