50 Dealer im Visier der Cobra

Kampf gegen Drogen

© Lems

50 Dealer im Visier der Cobra

Seit Errichtung der Schutzzone im Rapoldipark, hat sich Innsbrucks Drogenszene Richtung Stadtmitte verlagert. Anrainer des Bozner Platzes und Fahrgäste, die täglich den Hauptbahnhof passieren, schlagen seit Monaten Alarm: Nachts sei man nicht mehr sicher, selbst untertags werde mit Drogen gedealt. Die Hauptschuld an dem Dilemma ist der sogenannten „Nordafrikaner-Szene“ zuzuschreiben: An die 50 Personen zählt Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler zu diesem Kreis.

Cobra-Einsatz
Gemeinderat Rudi Federspiel will deshalb, dass auch die Cobra durch Innsbruck patrouilliert: „Dann wäre Ruhe“, wie er vor Kurzem erklärte. Ein Vorschlag, der bei Kirchler auf wenig Verständnis stößt: „Für dieses Feld ist die Cobra aus unserer Sicht keine sinnvolle Unterstützung. Es braucht Profis auf dem Suchtgiftsektor. Hochspezialisierte Leute wie die Cobra in einem völlig anderen Bereich einzusetzen, führt nicht zum Erfolg.“ Cobra-Sprecher Detlef Polay sieht das ähnlich: „Grundsätzlich ist der Suchtgiftsektor nicht unser Aufgabengebiet. Aber wenn wir unterstützend eingreifen sollen, dann machen wir das selbstverständlich.“

Polit-Reaktionen
Die Forderung, „dass etwas getan werden muss“, spricht auch Richard Heis von der FPÖ aus. Er glaubt, dass mehr Polizeipräsenz die nötige Sicherheit bringt. Dass Innsbruck im Kampf gegen das Drogenproblem unbedingt die Cobra benötigt, glauben aber weder SPÖ noch ÖVP. SPÖ-Landtagsabgeordneter Klaus Gasteiger erklärt: „Wir brauchen mehr Polizisten! Frau Fekter und Herr Platter sollen schauen, dass sie ein größeres Kontingent nach Tirol bringen.“ Die Grünen plädieren für eine andere Variante. „Mit mehr Polizei wird das Problem nicht gelöst“, so Grünen-Gemeinderat Gebi Mair. Man sollte vermehrt auf Streetworker setzen und weiche Drogen legalisieren, um der Kriminalität entgegenzuwirken.

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