Tiroler schüttelte Baby - 10 Monate bedingt

Rippenbrüche

Tiroler schüttelte Baby - 10 Monate bedingt

Wegen Schütteln eines drei Monate alten Babys ist ein 26-jähriger Tiroler am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Der Hilfsarbeiter aus dem Unterland hatte dem Kind Serienrippenbrüche und Blutergüsse zugefügt. Er wurde wegen schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Er bekannte sich schuldig
Der junge Mann, der nicht der leibliche Vater des Buben ist, bekannte sich schuldig. Das Kind seiner Lebensgefährtin habe geschrieben und er sei mit der Situation überfordert gewesen. Die Mutter war außer Haus. Er habe immer nur das Beste für den kleinen Alexander gewollt. Dass er den Buben geschüttelt hatte, gestand er ein, fest zugedrückt habe er nicht, sondern "nur ganz normal gehalten". Zweimal, im Juni und im August vergangenen Jahres, soll es laut Anklage zu solchen Vorfällen gekommen sein.

Die 20-jährige Mutter, die sich derzeit in Drogentherapie befindet, erklärte, dass ihr damaliger Lebensgefährte in ihrer Gegenwart immer "super" mit dem Buben umgegangen sei. Abends sei sie häufig ausgegangen, da habe er sich um ihn gekümmert. Von den Vorfällen erzählt habe ihr Lebensgefährt ihr nicht. Alexander habe sich aber "komisch Verhalten", geschrien und auch Fieber bekommen. Daraufhin habe sie ihn dann ins Krankenhaus gebracht. Das Kind lebte vorerst bei Pflegeeltern.

Opfer leidet an Dauerfolgen
Als erschwerend wertete Richter Günther Böhler unter anderem, dass die Tat höchstwahrscheinlich Dauerfolgen für das Opfer nach sich ziehen werde. Mildernd für den Unterländer sei aber seine stark eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit. Sein Verteidiger, Roland Reisch, hatte von "erheblichen mentalen Defiziten" gesprochen. Außerdem als mildernd wurde das reumütige Geständnis gewertet. Staatsanwalt Markus Knapp hatte den Tatbestand des Quälens Unmündiger angeklagt. Davon wurde der Beschuldigte im Zweifel freigesprochen. Dass der 26-Jährige den Buben tatsächlich Quälen wollte, sei nicht mehr feststellbar, sagte der Richter

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