Schweinegrippe: 19-jähriger gestorben

Vorarlberg

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Schweinegrippe: 19-jähriger gestorben

Ein 19-jähriger Mann ist am Mittwoch im Landeskrankenhaus Feldkirch an Schweinegrippe gestorben. Der Patient litt an einer schweren chronischen Krankheit. Zu diesem Grundleiden sei eine schwere Lungenentzündung infolge der H1N1-Infektion dazugekommen, informierte Landessanitätsdirektor Elmar Bechter am Freitag. Am Neujahrstag war ein 24-jähriger deutscher Urlauber in Saalbach/Hinterglemm dem H1N1-Virus erlegen, der 19-jährige Vorarlberger ist damit der zweite Schweinegrippetote in Österreich 2011.

Chronische Erkrankung
Bei der Obduktion des Leichnams des 19-Jährigen wurde laut Bechter festgestellt, dass die chronische Erkrankung des jungen Mannes bereits eine schwere Organveränderung zur Folge gehabt hatte. "Bei dem Fall handelt es sich um einen besonders schicksalhaften Krankheitsverlauf", erklärte Bechter. Der 19-Jährige war zu Wochenbeginn beim Hausarzt vorstellig geworden und von diesem als Akutfall ins LKH Feldkirch überwiesen worden.

Keine Erkrankungen im Umfeld
Im Umfeld des jungen Mannes gebe es seines Wissens nach keine weiteren Erkrankungsfälle, sagte der Landessanitätsdirektor. Die derzeitige Beurteilung der Grippewelle für Vorarlberg bleibe unverändert. Das Influenza-Virus zeige derzeit eine "mäßig erhöhte Aktivität" in ganz Österreich. Eine Grippe-Impfung werde weiter besonders Personen mit chronischer Grund-Erkrankung empfohlen, so Bechter.

400.000 Infektionen weltweit
2009/2010 erkrankten in Österreich 350.000 bis 400.000 Menschen an der Schweinegrippe im Rahmen der damals weltweit registrierten Pandemie mit dem neuen A(H1N1/2009)-Virus. In der nun "normalen" saisonalen Influenza-Saison von 2010/2011 ist A(H1N1/2009) der hauptsächliche Erreger der Grippeerkrankungen (neben A(H3N2)-Viren und Influenza B-Erregern). Auch Todesfälle durch Influenza sind keine Neuigkeit. Schätzungen von Experten gingen in Österreich von jährlich zumindest mehr als 1.000 Opfern aus. Allerdings dürften sie sich häufig hinter Herz-Kreislauf-Versagen als Folge einer Ansteckung verbergen. Im Rahmen der Pandemie wurden in Österreich im vergangenen Jahr nur 40 Todesfälle gemeldet.

Gefahr für chronisch Kranke, Jüngere, Schwangere und Übergewichtige

Risikogruppen für A(H1N1)-Infektionen sind auch in der Saison 2010/2011 vor allem chronisch Kranke und jüngere Menschen, weil letztere im Gegensatz zu älteren Personen offenbar noch nie mit einem ähnlichen Virus in Kontakt gekommen sind. Auch Schwangere und stark Übergewichtige wurden im Rahmen der Pandemie als besonders gefährdet angesehen. In manchen Fällen ruft A(H1N1/2009) schwerste Lungenschäden hervor, welche zur Aufnahme der Betroffenen in Intensivstationen führen können und buchstäblich lebensgefährlich sind.

Österreich: 1.000 Grippe-Tote jährlich
Durch den Vergleich der Sterbedaten in Influenza-Jahren und in Jahren, in denen es im Winter kaum Erkrankungen gab, kamen Experten schon vor einigen Jahren zu der Erkenntnis, dass die Influenza in Österreich wahrscheinlich jährlich mindestens mehr als 1.000 Opfern, bei starken Erkrankungswellen aber auch mehreren tausend Menschen, das Leben kosten kann. Da sich aber viele dieser Fälle hinter anderen Begleiterkrankungen verbergen - vor allem hinter Kreislaufversagen - und die Todesfälle auch häufig nicht im Spital auftreten, ist die Statistik wahrscheinlich lückenhaft.

Impfung bester Schutz
Den besten Schutz vor der Influenza erhält man durch die Impfung. Sie hat eine Effektivität von etwa 70 Prozent. Bis zum Aufbauen des Immunschutzes dauert es etwa zwei Wochen.

Die zweite Möglichkeit besteht in der Behandlung einer bereits aufgetretenen Influenza mit einem Neuraminidasehemmer, zum Beispiel der Wirkstoff Oseltamivir ("Tamiflu") oder Zanamivir ("Relenza"). Das wirkt allerdings nur dann krankheitsdämpfend, wenn die Behandlung möglichst früh, längstens binnen 48 Stunden nach den ersten Symptomen, beginnt. Die Medikamente werden in Österreich durch die Krankenkassen erst bezahlt, wenn von den Virologen aufgrund der Erkrankungsstatistik eine Influenza-Welle konstatiert wird. Bis jetzt war dazu aber die Zahl der Neuerkrankungen an Influenza und grippalen Infekten - vergangene Woche in Wien rund 9.800 - noch zu gering. Ein Schutz durch Impfung allerdings könnte sich derzeit akut noch ausgehen.

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