24. Juni 2010 14:01

Unfall Ursache? 

Zug-Crash: Franzosen pfuschten

Der französischer Konzern, dem die Waggons gehören, soll schuld daran sein.

Zug-Crash: Franzosen pfuschten
© ALL

Braz, Wien. Ein Güterzug machte den Anfang: Punkt 20 Uhr konnten die ÖBB am Dienstagabend die Westbahn bei Braz wieder in Betrieb nehmen – am 7. Tag nach dem verheerenden Zugunglück, bei dem eine Lok und zehn mit Autos der Marke Dacia voll beladene Waggons entgleist waren. „Die Leute, die hier im Einsatz waren, haben fast Unmenschliches geleistet“, sagt ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel zu ÖSTERREICH.

Riesenschaden
Noch als die Reparaturen auf Hochdruck liefen, hat hinter den Kulissen ein Streit darüber begonnen, wer den Schaden bezahlt. Dieser liegt mittlerweile bei 15 Millionen Euro.

Für die ÖBB Infrastraktur AG, die das Streckennetz betreibt, ist klar: Der Verursacher muss zahlen – das wurde am Dienstag bei einer internen Sitzung festgelegt – ÖSTERREICH hat berichtet.

International
Gefahren ist der Zug im Auftrag der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria. Zusammengestellt wurde er in Curtici (Rumänien) von Mitarbeitern der Rail Cargo Hungaria, die wiederum eine Tochter der Rail Cargo Austria ist. In einem internen ÖBB-Papier heißt es daher, dass die Rail Cargo Austria haftet.

Waggons gehören Franzosen
Diese könne aber auf den Eigentümer der Waggons zurückgreifen, falls diesem grobe Fahrlässigkeit oder technische Mängel nachgewiesen werden können. Die Waggons gehören dem französischen Transportkonzern STVA. Und diesem wirft ein ÖBB-Insider nun gegenüber ÖSTERREICH „unglaublichen Pfusch“ und einen „Konstruktionsfehler“ vor.

Schlamperei
Wie berichtet, dürfte ein gerissenes Bremsseil die Ursache sein – siehe Grafik. Dieses war in Rumänien an den Unglückswagen nur mit einem Draht hochgebunden worden. Zwischen erstem und zweitem Waggon riss der Draht, und die Katastrophe nahm ihren Ausgang – siehe Kasten. Der Sprecher der Rail Cargo Austria, Christian Wenzl, sagte zu ÖSTERREICH, er könne zur Ursache derzeit noch keine Stellungnahme abgeben.

Versicherung
Gleichzeitig weist er Gerüchte zurück, wonach der Zug massiv unterversichert gewesen sei und daher die ÖBB den Schaden selbst bezahlen müssten: „Die ÖBB sind durch ein internationales Konsortium aus namhaften Versicherern für allfällige Schadenersatzforderungen ausreichend gedeckt.“ Die betroffenen Anrainer sollen nun rasch entschädigt werden.


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