04. Dezember 2009 17:51
Überraschendes Ergebnis der ersten Minarett-Umfrage nach dem Schweizer
Volksentscheid. Die Österreicher haben kein Problem mit Islam-Kirchen.
Wien. Seit sich die Schweizer bei ihrer Volksabstimmung mehrheitlich gegen
den Bau weiterer Minarette ausgesprochen haben, gehen auch in Österreich die
politischen Wogen und Emotionen hoch. Die niederösterreichische FP-Chefin
Barbara Rosenkranz hat sich in ÖSTERREICH gar für eine Änderung der
Bauordnung in NÖ ausgesprochen. Und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat nun
ebenfalls ein neues Lieblingsthema. Sieben Landeshauptleute sprechen sich
hingegen gegen Verbot von weiteren Minaretten aus. Sie haben offensichtlich
ein gutes Gespür.
Denn laut der aktuellen Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH – der ersten Befragung
nach dem Schweizer Votum – ist die Bevölkerung jedenfalls nicht für ein
Minarett-Nein zu haben:
- Stolze 60 Prozent sind klar gegen ein Verbot von Minarett-Neubauten.
- Derzeit wollen nur 31 Prozent keine weiteren Minarette in Österreich.
- In Wien sprechen sich ganze 75 Prozent gegen ein Verbot aus, in Tirol
und Vorarlberg (dort existiert ein Verbot) gibt es mit 55 Prozent die
geringste Zustimmungsrate.
- Die höchste Ablehnung gegen ein Bauverbot gibt es mit 93 Prozent
bei den Grün-Wählern. SPÖ-Wähler sind zu 72 %
dagegen, ÖVP-Wähler zu 60 %.
- Die wirkliche Überraschung: Nur 40 % der FPÖ-Wähler sind für
ein Verbot, die Mehrheit (47 Prozent) ist dagegen. Hingegen wollen 70 %
der BZÖ-Wähler keine weiteren Minarette in Österreich
sehen.
Mehrheit für Burka-Verbot
Etwas kritischer stehen die
Befragten dem muslimischen Ganzkörper-Schleier ("Burka“) gegenüber:
Immerhin 53 % befürworten ein Verbot der Burka. Ganze 91 % der BZÖ-Wähler
lehnen die Burka ab. 60 % der FPÖ-, 54 % der ÖVP-, 49 % der SPÖ- und 30 %
der Grünen-Wähler sind ebenfalls dagegen.
Und: 83 % der Befragten erklären, dass sie „keine unangenehmen Erfahrungen
mit Muslimen erlebt“ hätten. Die Angst vor dem Islam hält sich in Grenzen.