Arigona kämpft um Ihre Zukunft Arigona kämpft um Ihre Zukunft

Rückkehr-Plan

© Helmut Klein

 

Arigona kämpft um Ihre Zukunft

Ruhige Momente gibt es derzeit keine im Leben von Arigona Zogaj (18). Seit sie am Donnerstagabend nach acht Jahren Aufenthalt in Österreich in eine AUA-Maschine Richtung Kosovo steigen musste, überschlagen sich die Ereignisse.

Am Samstag kam der wohl emotionalste Moment: die Wiedervereinigung mit Vater Devat Zogaj. 2008 verließ er die Familie mitten im Abschiebungsschlamassel. Er tauchte unter, die Kinder wuchsen zwei Jahre lang ohne Vater auf.

Vater ohne Job
Christian Schörkhuber, Betreuer der Familie von der Volkshilfe, machte den Vater nun ausfindig und organisierte ein Treffen. Devat Zogaj pendelt zwischen dem Kosovo und Montenegro. Er hat keinen fixen Job, schlägt sich als Tagelöhner durch. „Mit den Kindern war es ein herzliches Zusammensein, mit der Mutter freundlich distanziert“, so Schörkhuber.

Dieses Familientreffen war enorm wichtig für die geplante Rückkehr der Zogajs nach Österreich. Denn Devat Zogaj muss offiziell seine Zustimmung geben, dass die beiden kleinen Geschwister Albona (10) und Albin (11) mitreisen dürfen. Grund: Der Vater hat das Sorgerecht für die Minderjährigen.

Am Sonntag musste Arigona stark sein: Sie fuhr zum Begräbnis ihres Cousins, der Selbstmord verübt hatte.

Rückkehr-Plan
Währenddessen laufen die Vorbereitungen für die Rückkehr der Zogajs nach Österreich auf Hochtouren. Am Tag nach der Landung im Kosovo beantragte die Familie bei der kosovarischen Behörde Pässe. Diese Woche noch werden die Dokumente ausgestellt. Spätestens am Freitag geht der Behördenlauf weiter:

  • Erster Schritt ist eine Reise nach Skopje in Mazedonien. „In der österreichischen Botschaft kann die Familie den Antrag auf die Aufenthaltstitel stellen“, so Peter Launsky-Tieffenthal vom Außenministerium in Wien. Grund: Im Kosovo können keine Aufenthaltsbewilligungen ausgestellt werden – es fehlen einfach die nötigen Geräte.
  • In Skopje müssen Arigona und ihre Geschwister einen zehnseitigen Antrag auf ein Schülervisum ausfüllen. Mutter Nurije wird einen Antrag auf Saisonarbeit abgeben.

Noch haben sich die Zogajs weder bei der österreichischen Vertretung in Skopje noch in Pristina gemeldet. Sie leben in einer Wohnung außerhalb der Hauptstadt Pristina. Das Apartment gehört einem Mann, der selbst aus dem Kosovo geflüchtet ist, jetzt aber die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt.

Sollten alle Wiedereinreisepläne schieflaufen, will sich der kosovarische Unternehmer Ramiz Kelmendi um Arigona kümmern. Er besitzt ein Einkaufszentrum und ein Callcenter – ein konkreter Job soll bereits auf die 18-Jährige warten.

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