13. Juli 2009 20:54
Die Vorbereitungen für den Spitzel-Untersuchungsausschuss laufen. Praktisch
fix: Ex-VP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein wird Vorsitzenden. Die SPÖ
wird dem ÖVP-Vorschlag zustimmen. Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz
pocht auf einen SPÖ-Vorsitz. „Alle anderen vier Fraktionen sind in die Causa
involviert“, so Pilz. Er ist außerdem dafür, im U-Ausschuss auch die
Vorwürfe an das Heeres-Abwehramt (HAA), geheime Informationen an die FPÖ
weitergegeben zu haben, zu untersuchen.
Ob diese Vorwürfe allerdings Thema im U-Ausschuss werden, ist noch offen.
Cap plädierte dafür, nicht jetzt schon einen „Mega-Untersuchungsausschuss zu
konstruieren“.
Hintergrund auf die Einigung von SPÖ und ÖVP auf einen VP-Vorsitz im
5-Parteien-Gremium dürften Beratungen im Hintergrund sein: Die ÖVP stimmte
dem U-Ausschuss samt der Materie Innenministerium nur unter der Bedingung
zu, dass sie selbst den Vorsitz führen dürfen. Pilz spricht gegenüber
ÖSTERREICH von einem „Koalitions-Kuhhandel“.
Aktenanforderung dauert mindestens drei Wochen
Schon in sechs
Wochen könnten die ersten Zeugen einvernommen werden. Nächste Woche ist mit
der konstituierenden Sitzung zu rechnen samt ersten Beweisanträgen. Die
Herbeischaffung der Akten dauert drei Wochen, das Lesen weitere 14 Tage.
Am Montag wurde klarer, wer von den Parteien in den 18. U-Ausschuss der
Zweiten Republik geschickt werden:
-Im SPÖ-Team sitzen Otto Pendl, Christine Lapp, Hannes Fazekas, Gerhard
Steier und Hannes Weninger.
-Die ÖVP schickt Martin Bartenstein (Vorsitz), Werner Amon, Herbert
Donnerbauer, Günter Kössl und Hermann Gahr.
-Die Freiheitlichen entsenden Werner Neubauer, Walter Rosenkranz und
Johannes Hübner.
-Das BZÖ schickt Ewald Stadler und Peter Westenthaler ins Rennen
-Bei den Grünen ist vorerst Peter Pilz fix.
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Strache: "Wir leben von Infos im Kuvert" ÖSTERREICH:
Ihr Generalsekretär Vilimsky soll auf Wunsch des kasachischen
Geheimdiensts Informationen via Parlament erfragt haben.
Heinz-Christian Strache: Das ist eine Schmierenkomödie, wo man
den Eindruck hat, dass der österreichische Geheimdienst Dinge
konstruiert, um rechtswidrige Abhörungen von Abgeordneten zu
rechtfertigen. Keine Anfrage kann die Republik erschüttern, höchstens
die Antworten.
ÖSTERREICH: Schließen Sie aus, dass von HAA oder HNA Infos
an die FPÖ gingen?
Strache: Ich frage nicht nach, woher ein Bürger kommt. Wir
leben ja auch von Informationen im Kuvert ohne Absender. Unsere
Aufgabe ist es im Interesse der Österreicher allen Details nachgehen.
Aktiv haben wir nicht nachgefragt.
ÖSTERREICH: Gab es FP-Parteispenden von Kasachstan?
Strache: Nein. Mit Sicherheit nicht. Ich kenne auch keine
Kasachen.
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