23. Juli 2008 11:44
Angesichts der hohen Inflation lassen sich die Politiker mehr oder weniger
sinnvolle Maßnahmen einfallen. SPÖ-Chef Werner Faymann findet eine
Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel nicht schlecht.
ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein spricht sich für ein
Strompreismoratorium bis Jahresende aus. Oberösterreichs SPÖ-Chef Erich
Haider fordert einen einjährigen Preisstopp auf Lebensmittel. Und
ÖVP-Finanzminister Wilhelm Molterer sagt nichts.
Halbe Mehrwertsteuer bei Nahrung
Faymann fordert die
Vorverlegung der Steuerreform auf nächstes Jahr. Ein Teil davon könnte die
Senkung der Mehrwertsteuer um die Hälfte auf Grundnahrungsmittel sein. Damit
würden auf diese Produkte nur mehr fünf Prozent MwSt. anfallen, was den
Staat jährlich an die 1,5 Mrd. Euro kosten würde. Etwas, das
Wirtschaftsminister Bartenstein als "Husch-Pfusch-Verfahren"
bezeichnete. Eine vorgezogene Steuerreform könnte angesichts der
Konjunkturschwäche zu einem Defizit von 2 bis 3 Prozent führen, meinte der
Minister.
Die Diskussion ins Rollen gebracht hat IHS-Chef Bernhard Felderer, er hat
sich am Montag für eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Lebensmittel
ausgesprochen.
Einfrieren der Strompreise
Bartenstein hat sich angesichts der
hohen Inflation für ein Strompreismoratorium bis Jahresende ausgesprochen.
Vom Verbund gibt es bereits positive Signale, dass man heuer die Preise
nicht mehr erhöhen werde. Ähnlich äußerte sich die Energie Steiermark,
Tiwag, die Illwerke/VKW-Gruppe, die Energie AG Oberösterreich, die Bewag
und die Salzburg AG.
Jetzt appelliert Bartenstein auch an die Landesversorger, die Tarife bis
Ende 2008 nicht zu erhöhen. In Oberösterreich und dem Burgenland wird das
Entgelt heuer definitiv nicht angehoben. Beide Unternehmen haben das schon
vor Bartensteins Vorstoß angekündigt und wollen sich auch jetzt daran
halten.
Preisstopp bei Lebensmitteln
Wegen der hohen Lebensmittelpreise
macht sich Erich Haider dafür stark, mit den Handelsketten einen Pakt für
einen Preisstopp bei wichtigen Nahrungsmitteln zu vereinbaren. Bei einem
Preisgipfel sollte für die Dauer eines Jahres ein Moratorium vor allem bei
Brot, Milch, Erdäpfeln, Gemüse und Fleischprodukten ausgemacht werden.
Geheimniskrämer am Werk
Molterer ließ sich keine Pläne
entlocken. Er und sein Team seien derzeit intensiv damit beschäftigt, eine
Fülle von Vorschlägen zum Teuerungsausgleich zu bewerten und im Hinblick auf
die Kosten zu prüfen, so der Finanzminister.