Bundeskanzler sauer

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Faymann: "Pröll beleidigt Wähler"

Der jüngste Koalitions-Knatsch setzt sich auch am Tag nach der Landtagswahl im Burgenland fort. Nachdem sich SPÖ und ÖVP am Wochenende einen Schlagabtausch um Mindestsicherung und ÖBB geliefert hatten, sorgte ÖVP-Chef Vizekanzler Josef Pröll am Montag mit einer Aussage in der Tageszeitung "ÖSTERREICH" für Unmut beim Regierungspartner: Die SPÖ sei mit ihrem populistischen Kurs im Burgenland "an die Wand gefahren", so Pröll.

Pröll "beleidigt Wähler"
SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann konterte daraufhin im Ö1-"Morgenjournal", wenn man 49 Prozent als an die Wand fahren bezeichne, sei das eine "Beleidigung nahezu jedes zweiten Wählers im Burgenland". Die Tonlage der ÖVP sei "völlig verfehlt", so Faymann. Ihm ringe es Respekt ab, wenn eine Partei auf 49 Prozent komme, betonte der Kanzler.

Hier noch einmal das gesamte ÖSTERREICH-Interview mit Pröll:

ÖSTERREICH: Der ÖVP wurde im Burgenland ein Total-Absturz prognostiziert. Sind Sie nun erleichtert, dass Ihre Partei „nur“ rund zwei Prozentpunkte verloren hat?

Josef Pröll: Uns wurde ja ein Erdrutschverlust prognostiziert. In diesem Sinne haben wir ein absolut respektables Ergebnis im Burgenland erreicht. Noch am Samstag hätte niemand vermutet, dass Franz Steindl das Ergebnis vom letzten Mal fast halten kann. Das ist am Beginn eines wichtigen Wahljahres ein ermutigendes Signal.

ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich im Kurs der ÖVP bestärkt? Immerhin hatten Sie der SPÖ mit Eberau und Grenzschutzdebatte ja zwei Elfmeter aufgelegt gehabt, oder? Oder war dem doch nicht so?

Josef Pröll: Die ÖVP hat überhaupt keinen Grund, ihren Kurs zu ändern. Franz Steindl hat sich wacker geschlagen und dem Populismus mancher Roter entgegengestemmt. Die SPÖ hat ein kräftiges Minus, weil die Menschen viel intelligenter sind als manche in der SPÖ glauben. Wir werden niemals so einen Kurs wie die SPÖ mit Eberau oder Grenzschutz fahren. Und wo hat es die SPÖ hingeführt? Sie sind an die Wand gefahren.

ÖSTERREICH: Das Klima in der Koalition ist rauer. Beim SPÖ-Parteitag hat Faymann Ihnen wegen der Mindestsicherung gedroht.

Josef Pröll: Er braucht niemanden zu drohen. Ich will gemeinsame Lösungen. Aber ich brauche auch nicht wegen Parteitagen und Landtagswahlen nervös werden.

ÖSTERREICH: Werden Sie Ihren rigiden Sparkurs fortsetzen?

Josef Pröll: Absolut, auch angesichts der internationalen Ereignisse. Die Menschen wollen, dass ihnen jemand die Linie vorgibt und die Wahrheit sagt.

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