21. November 2009 22:48
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Samstag betont, dass es sich bei dem
umstrittenen Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg um eine "friedliche
Veranstaltung" handle. Schon im Vorfeld habe man aber "deutlich
erkennen können, wie es in Österreich im 21. Jahrhundert um die
Versammlungs- und Meinungsfreiheit bestellt ist", kritisierte Strache
bei einer Pressekonferenz die angekündigten Gegendemonstrationen. Linke
Gruppierungen würden "bewusste Hetze" gegen die
Burschenschafter betreiben.
Die "Vorväter" der Burschenschafter hätten stets für
Demokratie und Freiheitsrechte gekämpft, meinte Strache, der bei der
Veranstaltung auch die Festrede halten wird. Daran wolle man sich bei der
Feier anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Burschenschaften erinnern.
"Hetze und Hass"
Die angekündigten
Gegendemonstrationen kritisierte der FPÖ-Chef heftig: Dem "linken
Lager" gehe es nicht um eine objektive Debatte, sondern ausschließlich
um "Hetze und Hass gegen eine demokratische Bewegung".
Warum sich die Medienöffentlichkeit der Veranstaltung auf eine
Pressekonferenz mit ihm und dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf
(F) beschränkt, wollte Strache nicht ausführlich kommentieren: Er wisse
nichts davon, dass man Medienvertreter zunächst zum Kommers eingeladen und
dann wieder ausgeladen hatte. In der Vergangenheit sei die Berichterstattung
aber oft "einseitig" und "diffamierend" gewesen. Ein
Sprecher der Burschenschafter bat daraufhin um Verständnis, dass die Feier "nicht
gestört" werden wolle.
Rudas: "Peinlich"
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura
Rudas nannte Straches Auftritt beim Kommers unterdessen "peinlich".
Statt an Lösungen für ein friedliches Zusammenleben interessiert zu sein,
widme sich der FPÖ-Chef lieber "im Kreise dubioser Gestalten
ewiggestrigem Gedankengut, Deutschtümelei und absurden Ritualen",
meinte sie in einer Aussendung. Straches Auftritt sei aber "wenig
erstaunlich", da sich die Freiheitlichen in den vergangenen Jahren zum "Auffangbecken
von Burschenschaftern aus rechtsrabiaten Studentenverbindungen"
entwickelt hätten. "Bezeichnend" ist für Rudas außerdem, dass
Medien bei dem Kommers nicht zugelassen sind.
Bei der Veranstaltung der Burschenschafter werden über tausend Teilnehmer
aus ganz Europa erwartet. Die Polizei hat aufgrund der Gegendemonstrationen
ein umfangreiches Platzverbot rund um die Hofburg ausgesprochen.