Skandal um Mölzers NS-Sager

"Negerkonglomerat"

Skandal um Mölzers NS-Sager

Der freiheitliche Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Andreas Mölzer, hat nach dem Auftauchen eines Mitschnittes seinen Sager vom "Negerkonglomerat" zugegeben und sich dafür entschuldigt. In einer Aussendung betonte er, dass ihm diese Aussage "so nicht erinnerlich" gewesen sei und sprach von einer "semantischen Fehlleistung". "Die Wortwahl war verfehlt und auch nicht so beabsichtigt", so Mölzer. Im Interview mit Ö3 schloss Mölzer jetzt auch einen Rücktritt nicht mehr aus. "Das haben andere zu entscheiden", sagte er.

Mölzer lenkt nach Tonbandmitschnitt ein
Mölzer hatte bis zum Auftauchen des Tonbandmitschnittes gemeint, er habe lediglich das Wort "nekrophil" im Zusammenhang mit einer überalterten Gesellschaft verwendet. "Allerdings weise ich auch darauf hin, dass die Podiumsdiskussion zum Zeitpunkt, als die Aussagen gefallen sind, bereits längst ins Satirisch-Ironische abgeglitten war", rechtfertigte er sich nun erneut. Dies sei allen Anwesenden klar gewesen "und offensichtlich auch dem Journalisten der Süddeutschen Zeitung", der immerhin fünf Wochen gebraucht habe, "um aus den satirischen Aussagen einen politischen Vorwurf zu konstruieren".

ÖVP fordert Entschuldigung von Strache

Als "unfassbare Entgleisung" bezeichnete ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel Mölzers Aussagen. Mölzer disqualifiziere sich damit als EU-Parlamentarier und als Politiker per se. "Die Verharmlosung eines der schlimmsten Terrorregimes in der Geschichte ist inakzeptabel", betonte Blümel, der auch eine Stellungnahme von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte. Mit solchen Aussagen füge Mölzer dem Ansehen Österreichs enormen Schaden zu. Strache gibt heute um 10 Uhr eine Pressekonferenz in Wien. Mit Spannung wird erwartet, was er zu dem Fall sagen wird.

Mölzer hatte sich für seinen Vergleich der EU mit dem Dritten Reich gerechtfertigt. "Einmal mehr verurteile ich die Verbrechen des Nationalsozialismus sowie insgesamt den kriminellen Charakter des NS-Regimes in unmissverständlicher Weise", stellte er nach einem ähnlichen Redebeitrag im Wiener Gemeinderat noch einmal via Aussendung klar. Sein Versuch, "die absurde Regulierungswut der Europäischen Union mittels eines drastischen Bildes anzuprangern" habe "eine völlig missverständliche und böswillige Deutung durch die politischen Mitbewerber" ermöglicht.
 

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