Frontale Kanzler-Attacke gegen Pröll

Genug gekuschelt

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Frontale Kanzler-Attacke gegen Pröll

Josef Pröll habe das „Vertrauen der Wähler“ verraten, sagt SP-Bundeskanzler in ungewohnter Schärfe im ÖSTERREICH-Interview.

Keine Frage, Werner Faymann, der sonst so sanftmütige Kanzler, Wortführer einer Kuschel-Koalition mit Josef Pröll und mit Genug gestritten in die letzte Wahl gegangen, zieht die Glacé-Handschuhe im Umgang mit seinem Vize endgültig aus.

Kanzler kämpft für Hackler-Regelung
Faymanns Vertrauen in seinen einstigen Buddy Josef Pröll ist – freundlich ausgedrückt – perdu.

Dass der VP-Vizekanzler in seiner "Projekt Österreich“-Rede vergangenen Mittwoch einfach – und unabgesprochen – die Hackler-Regelung kippen wollte, hat den Kanzler richtig erzürnt.

Die Hackler-Regelung hätten er und Pröll schließlich vor elf Monaten gemeinsam beschlossen, erklärt Faymann in ÖSTERREICH seinen Unmut. Die Wähler würden von der Regierung erwarten, dass „wir unsere Versprechen auch halten“, lehnt der Kanzler Prölls Vorhaben unmissverständlich ab.

Und auch in Sachen EU-Kommissar bleibt Faymann hart. Ja, er bestehe auf Benita Ferrero-Waldner als EU-Kommissarin.

Dass Pröll vergangenen Donnerstagabend EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Ex-VP-Chef Wilhelm Molterer als „gemeinsamen Kandidaten“ der Regierung für die EU-Kommission vorgeschlagen hat, will Faymann nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Überhaupt will Faymann, der stets auf Konsens aus war, künftig härter auftreten. Genau das wünscht sich freilich auch seine verunsicherte Basis von ihm.

Faymann hält nun seine eigene Österreich-Rede
Der rote Bundeskanzler wird denn auch, wie er im ÖSTERREICH-Interview erstmals ankündigt, am 2. Dezember eine große Rede halten. Anlässlich des Jahrestages der neuen rot-schwarzen Regierung will Faymann seine Visionen für Österreich präsentieren. Und dort will Faymann die roten Akzente in der Regierungsarbeit betonen: Im Zentrum seiner Rede werden sozial- und bildungspolitische Themen stehen. Aber Faymann will in seiner Rede auch um das „Vertrauen der Menschen werben“. Denn Vertrauen sei unerlässlich. Genau jenes fehlt jetzt freilich in der Koalition...

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