Geheim-Treffen mit Lobbyist Hochegger

Telekom-Affäre

Geheim-Treffen mit Lobbyist Hochegger

Seiten: 12

Die Affäre um manipulierte Aktienkurse der Telekom und ungerechtfertigte Bonuszahlungen entwickelt sich immer mehr zum Polit-Thriller. Der mittlerweile mehrere Hundert Seiten starke Akt (Kernstück: das Tagebuch und das Geständnis des Telekom-Kronzeugen Gernot Schieszler) ist hochbrisant. Nicht nur prominente Manager, auch ehemalige Regierungsmitglieder müssen in den nächsten Tagen damit rechnen, eine Vorladung der Staatsanwaltschaft zu erhalten – als Zeugen oder als Beschuldigte.

Hier klicken: Auch Ex-FP-Minister Matthias Reichhold auf Hocheggers "Gehalts-Liste"? >>>>

PR-Mann Peter Hochegger muss noch diese Woche zum zweiten Mal beim Staatsanwalt aussagen.

Die Liste der Beschuldigten der Telekom – für alle gilt die Unschuldsvermutung – ist lang: Neben Schiesz­ler sind das Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo sowie die Ex-Generaldirektoren Heinz Sundt und Boris Nemsic, der Ex-Telekom-Mitarbeiter Josef Trimmel und der Banker Johann Wanovits, über den die Kauforder bei der Kursmanipulation lief.

Auch der aktuelle Telekom-Boss Hannes Ametsreiter soll befragt werden. Der Schaden für das Unternehmen beläuft sich auf 18 Mio. Euro: 9 Mio. an Boni, die nach der Aktienkursmanipulation ausgeschüttet wurden sowie 9 Mio. für Hochegger-Honorare ohne erkennbare Gegenleistung.

Aber der Staatsanwalt will sich auch Polit-Prominenz vorknöpfen:

Gorbach als Beschuldigter, Schüssel als Zeuge
Ex-BZÖ-Vizekanzler ­Hubert Gorbach musste ­bereits als Beschuldigter (siehe rechts) beim Staats­anwalt wegen mutmaßlicher Schwarzgeldzahlungen aussagen. Eine weitere Einvernahme ist geplant.

Besonders brisant: Die Staatsanwaltschaft will auch Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel als Zeugen laden. Immerhin lautet der Vorwurf ja, Gorbach habe als Vizekanzler die Universaldienstverordnung zugunsten der Telekom verändert. Schüssel soll über seine Wahrnehmung aussagen.

Ex-VP-Innenminister Ernst Strasser muss ebenso wie Lobbyist Mensdorff-Pouilly aussagen. Auch hier besteht der Verdacht von Zahlungen ohne Leistung.
Die Liste der Zeugen und Beschuldigten werde „in den kommenden Wochen noch stark ausgeweitet werden“, sagt ein Justiz-Insider.

Es wird auch einen parlamentarischen U-Ausschuss geben. Als erster VP-Politiker hat ihn gestern Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner befürwortet: Man müsse die Justiz ermitteln lassen, aber der Ausschuss werde „­sicher kommen“.

Das Treffen mit dem Telekom-Lobbyisten:

Hochegger: „Ich bin nicht auf der Flucht“

Der Standard wusste es ganz genau: „Telekom-Lobbyist Hochegger hält sich in Brasilien auf!“ Seither verbreitet sich in Wien das Gerücht: Ex-Grasser-Spezi Peter Hochegger (62) ist vor der Justiz-Verfolgung nach Brasilien geflüchtet.

Am Dienstag die Überraschung: Hochegger lädt die Bild-Journalistin Dora Varro zum Treffen. Nicht in Brasilien – sondern mitten in Wien.

Diashow Geheim-Treffen mit Hochegger in Wien

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

Peter Hochegger trifft Bild-Journalistin Dora Varro

1 / 16

Hochegger spaziert durch die City – trifft sich mit der Journalistin im belebten Café Sacher auf der Kärntner Straße. Der derzeit prominenteste Österreicher erscheint braun gebrannt. Er trägt eine Sonnenbrille, Jeans, weißes Hemd, dunkelblaues Sakko. Hochegger wirkt entspannt, trinkt nur Mineralwasser.

Es ist sein erster Auftritt seit dem Bekanntwerden der Affäre. Erstmals spricht er über seinen Fall – wenn auch nicht offiziell. Ein ÖSTERREICH-Fotograf macht die Beweisfotos: Hochegger in Wien!

Drei Wochen auf Familien-Urlaub in Brasilien
Seit Samstag ist Hochegger wieder zurück in Österreich. „Ich war nur auf Urlaub in Brasilien, wie ich das seit Jahren mache. Ich bin nicht auf der Flucht.“ Drei Wochen verbrachte er mit seiner Tochter Saskia (23) in seiner privaten Urlaubsvilla in Brasilien. Die Justiz sei über seinen Aufenthalt vor der Abreise informiert gewesen – inklusive des Rückreisedatums. Von Flucht keine Spur.

Hochegger liest absichtlich keine Zeitungen mehr, verfolgt seinen Fall bewusst nicht in den Medien. Trotzdem weiß er alles.

In den nächsten Tagen trifft er den Staatsanwalt
Schon in den nächsten Tagen wird er bei der Staatsanwaltschaft zur Telekom-Affäre aussagen. Dort will er die Vorwürfe gegen ihn klären, endlich Licht in die Causa bringen. Und er wird den „Kronzeugen“ Gernot Schiesz­ler ins Visier nehmen. Hochegger sagt: „Was Schieszler sagt, entspricht nicht der Wahrheit.“

Offiziell will Hochegger vor seiner Einvernahme durch die Justiz nichts zur Causa sagen. Er will vorerst in den Medien nicht „auspacken“, zuerst bei der Justiz alles aufklären. Erst danach will er sprechen – und die „Wahrheit“ erzählen …

Lesen Sie auf Seite 2: An wen die Telekom wieviel zahlte:

Seiten: 12
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen