27. Mai 2009 11:25
Jene zwei Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (F),
deren angebliche Bestellungen beim deutschen Internet-Versandhandel
"Aufruhr" für politischen Wirbel gesorgt hatten, beenden ihre Tätigkeit im
Parlament. "Am 1. Juli wechseln beide in die Privatwirtschaft", bestätigte
das Büro Grafs. Wohin genau, wird nicht verraten. Zudem gibt es ein
Auslieferungsbegehren gegen den Grünen Karl Öllinger, den ein Mitarbeiter
Grafs wegen der Anschuldigungen geklagt hatte, wurden entsprechende
Medienberichte vom Mittwoch bestätigt.
Die Grünen hatten im Dezember des vergangenen Jahres Vorwürfe erhoben, Grafs
Mitarbeiter im Parlamentsbüro hätten bei dem Versand einschlägige Literatur
und T-Shirts mit rechtsradikalen Aufschriften geordert. Die Causa hatte eine
heftige politische Debatte zur Folge, die in einer offiziellen Aussprache
zwischen dem Dritten Nationalratspräsidenten und dessen Amtskollegen Barbara
Prammer (S) und Fritz Neugebauer (V) gipfelte. Graf stand zwar weiterhin zu
seinen Mitarbeitern, distanzierte sich aber danach in einer schriftlichen
Stellungnahme von "Nazischund und -dreck".
Gerichtliches Nachspiel
Die Vorwürfe der Grünen haben nun auch
ein gerichtliches Nachspiel: Ein Mitarbeiter Grafs klagte den Abgeordneten
Karl Öllinger, der Bestelllisten veröffentlicht hatte. Es ging unter anderem
um den Vorwurf, eine "Landser"-CD geordert zu haben, aber auch um die
Äußerung "Das ist Nazidreck". Die erste Instanz wies die Klage aus formalen
Gründen zurück, berichten Zeitungen. Das Oberlandesgericht Wien gab einer
Beschwerde gegen die Zurückweisung statt, was schließlich das
Auslieferungsbegehren gegen Öllinger zur Folge hatte