Grasser-Prozess wird jetzt schmutzig

Schlammschlach

Grasser-Prozess wird jetzt schmutzig

Das Duell Karl-Heinz Grasser gegen seinen Ex-Mitarbeiter Michael Ramprecht hat am Montag eine neue, schmutzige Dimension erreicht: „Ramprecht hat seinen Sohn geschlagen, er hat in der U-Bahn jemanden geschlagen, und es gibt den Verdacht auf Schwarzgeldzahlungen“, stellte Grassers Anwalt Michael Rami in den Raum. Er berief sich auf polizeiliche Auswertungen. Ramprechts Anwalt Michael Pilz: „Mein Mandant wird hier angepatzt, weil Kläger Grasser keine Fakten hat. Diese Vorwürfe werden ein Nachspiel haben.“

„Abgekartetes Spiel“
Mit der Causa hat dieses gegenseitige Anpatzen nichts zu tun – eigentlich war gestern nämlich der dritte Prozesstag im Buwog-Medienverfahren.

Grassers Ex-Mitarbeiter Michael Ramprecht hatte 2008 im profil behauptet, dass der Verkauf der 60.000 Bundeswohnungen unter Finanzminister Grasser 2004 ein „abgekartetes Spiel“ war und sowohl Investmentbank Lehman als auch Käufer Immofinanz von vornhinein festgestanden sind. Grasser klagte und widerlegte diese Vorwürfe zuletzt bei seiner eigenen Zeugenaussage.

Seitdem gehen die Wogen zwischen den beiden hoch: Erst vergangene Woche hatte Ramprecht seinen ehemaligen Vorgesetzten nach einem ÖSTERREICH-Interview wegen übler Nachrede geklagt. Der Ex-Finanzminister hatte ihn als „nachweislich psychisch labil“ bezeichnet. Und nun die Vorwürfe von Grassers Anwalt gegen Ramprecht – ein Prozess als Schlammschlacht.

Plech war geladen
Am Montag als einziger Zeuge geladen war der Ex-Buwog-Aufsichtsrat und Immobilien-Unternehmer Ernst Karl Plech. Plech wurde von Richterin Nicole Bacszak und den Anwälten drei Stunden lang in die Mangel genommen. Er dementierte die Ramprecht-Vorwürfe gegen Grasser und betonte, mit der Buwog-Provision nichts zu tun gehabt zu haben. Über Grasser, der beim gestrigen Prozess nicht anwesend war, sagte er: „Er wollte einfach nur Ertragsmaximierung.“ Dass er für Lobbyist Walter Meischberger, der mit Hochegger 9,6 Mio. Euro Provision kassierte, auf zwei Konten zeichnungsberechtigt war, erklärte Plech so: „Ich war sein Testamentsvollstrecker.“ Der Prozess wird nun am 20. Februar 2012 fortgesetzt.

Autor: (prj)
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