29. Juli 2009 15:58
Die deutsche Affäre schwappt nach Österreich: 571 Euro werden jedem
Regierungsmitglied monatlich abgezogen. Dafür sind Österreichs Minister
berechtigt, ihre Dienstkarossen auch privat zu nutzen. Eines vorweg: Kein
Regierungsmitglied lässt sein Dienstauto ins Urlaubs-Ausland nachkommen.
Privat genutzt werden sie allerdings schon.
Mit Dienstauto in Ramsau
Kanzler Werner Faymann etwa hat seinen
Mercedes E 200 NGT schon zu innerösterreichischen Urlaubsfahrten genutzt,
etwa in die Ramsau, sagt seine Sprecherin Angelika Feigl. Auf Anraten seiner
Mitarbeiter reiste Dauertelefonierer Faymann mit Chauffeur. Bei seinem
bevorstehenden Frankreich-Besuch leistet sich Faymann - natürlich privat -
aber Flug und Mietwagen. Er wird in der Provence selbst am Steuer sitzen.
Auch Verkehrsministerin Doris Bures gibt zu, dann und wann mit ihrem Audi A6
ins Wochenende zu fahren - allerdings ohne ihren Chauffeur.
Enthaltsam
Ansonsten geloben die Minister Enthaltsamkeit.
Vizekanzler Josef Pröll fährt privat ausschließlich mit seinem eigenen Auto.
Ansonsten schlagen nur lange Heimwege zu Buche: Etwa bei den
Oberösterreichern Innenministerin Maria Fekter oder Gesundheitsminister
Alois Stöger. Die Burgenländer Niki Berlakovich und Norbert Darabos pendeln
täglich mit ihrem Chauffeur heim.
Während das BZÖ den Ministern die private Nutzung der Dienstwagen verbieten
will, drängen die Grünen überhaupt auf Abschaffung: Nach Ansicht des Grünen
Werner Kogler reicht ein gemeinsamer Wagenpool, Vorbild ist Staatssekretär
Josef Ostermayer, der jetzt schon ohne Dienstauto auskommt. Ich glaube, dass
wir die Zahl der Dienstwagen so halbieren können“, so Kogler zu ÖSTERREICH.
Wenn gerade kein Wagen greifbar sei, dann solle sich das jeweilige
Regierungsmitglied eben ein Taxi nehmen. Kanzler und Vize sollen ihre Autos
allerdings behalten dürfen.