Häupl fürchtet blaues Wunder

Nach Steiermark-Wahl

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Häupl fürchtet blaues Wunder

Wien. Noch in der Wahlnacht analysierte Wiens Bürgermeister Michael Häupl in der SP-Zentrale in der Wiener Löwelstraße mit seinen Wahlstrategen um US-Starberater Stanley Greenberg die Signale, die die Wähler für die Wiener Wahl am 10. Oktober über den Semmering schickten.

Häupl: „Wer daheimbleibt, hilft den irren Radikalen“
Die Botschaften kennt der Wiener Bürgermeister – so musste er mit Grauen feststellen – schon aus den 90er-Jahren, als Jörg Haider gegen eine ohnmächtige SPÖ triumphierte:

  • l „Wer daheimbleibt, stärkt die irren Radikalen“, sagt Häupl nach der Steiermark-Wahlanalyse zu ÖSTERREICH: So wie Franz Voves doppelt so viele Stimmen an die Nichtwähler wie direkt an die FPÖ verlor, könnte es der SPÖ auch in Wien gehen – wenn sie keine totale Mobilisierung schafft.
  • l Zweite Angst der SPÖ: Offenbar wählen die jungen Männer unter 30, vor allem wenn sie von der Krise durch Jobängste betroffen sind, massiv Blau – Häupls SPÖ hat dem juvenilen Rabaukenstil von Heinz-Christian Strache in den Augen dieser Generation nichts entgegenzusetzen.
  • l Und dann gibt es noch einen Punkt, an dem Franz Voves dem Wiener Bürgermeister die Wahl verhageln kann: Bei den jungen Frauen verliert die SPÖ ohnehin schon massiv an die Grünen. Wird aus den rot-blauen Flirts in der Steiermark Ernst und ziehen sich Spekulationen dazu bis zur Wien-Wahl, könnte das „rot-grüne“ Publikum in Wien dem Bürgermeister seine massive Ablehnung für blaue „Minarettspieler, die offen zu Gewalt aufrufen“, einfach nicht abnehmen.

Häupl und Faymann planen jetzt „Roten Oktober“
Für die SPÖ heißt das in den letzten beiden Wochen vor der Wien-Wahl: Angriff ist die beste Verteidigung. In einer „Aktion Roter Oktober“ wird die SPÖ glasklare Signale an die „Krisen-Verlierer“ senden, indem etwa Kanzler Werner Faymann massiv bei den Steuern auf „seinem Thema“ beharrt – soziale Gerechtigkeit und Reichensteuern stehen ganz oben auf der SP-Agenda. Und Häupl selbst warf sich schon im ÖSTERREICH-Interview am Wahlabend in die Schlacht – er kämpft massiv darum, dass die rot-blaue „Lieblingskoalition“ von HC Strache in der Steiermark nicht zustande kommt. Weil sie die FP in Wien unglaublich stärken und die SP (siehe unten) spalten würde.

Autor: (gaj, wek)
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