Heinz Fischer macht ernst

Kampf um Hofburg

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Heinz Fischer macht ernst

Die Anzeichen, dass Heinz Fischer für eine zweite Amtsperiode als Bundespräsident kandidieren wird, verdichten sich: Nicht nur sein Sprecher Bruno Aigner betont, dass Fischer gerne im Amt sei, auch sein wichtiger Berater und ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich, sagt im Interview mit ÖSTERREICH: „Heinz Fischer arbeitet voll Energie.“ Adamovich, der sein Büro direkt in der Hofburg hat, berichtet: „Heinz Fischer macht keinesfalls den Eindruck der Resignation."

Defensive
Fakt ist: Fischer ist in den vergangenen Tagen in die Defensive geraten. Denn in der ÖVP machen sich immer mehr Spitzenfunktionäre für Erwin Pröll als Gegenkandidat zu Fischer stark. Und Pröll selbst rührt indessen geschickt die Werbetrommel für sich (siehe Story rechts), während Fischer in der Öffentlichkeit nicht präsent ist.

Plan durchkreuzt. Fischers Ziel war es bisher, so spät wie möglich eine klare Ansage über eine Wiederkandidatur für die Wahl, die Ende April 2010 sein wird, zu machen. Adamovich erklärt: „Heinz Fischer sagt, dass sobald er sich äußert, der Wahlkampf eröffnet ist.“

Statement am 5. Juli. Dennoch dürfte der Plan des Bundespräsidenten, erst im Herbst seine Kandidatur bekannt zu geben, durch den Druck der aktuellen Diskussion durchkreuzt worden sein. Und so könnte schon am 5. Juli die Weichenstellung ausgerechnet von Fischer selbst erfolgen: Für diesen Sonntag hat er bereits fix zugesagt, in der Pressestunde des ORF Rede und Antwort stehen zu wollen.

Ein längeres Zögern um eine definitive Entscheidung kommt hier wohl nicht mehr infrage.

Rückenstärkung
Um etwas Druck von Fischer zu nehmen, rückten gestern schließlich Top-SPÖ-Granden aus, um ihm den Rücken zu stärken. SP-Kanzler Werner Faymann betonte, die SPÖ stehe geschlossen hinter Fischer. Ähnliche Töne kamen von Wiens Bürgermeister Michael Häupl bis hin zu SP-Pensionistenchef Karl Blecha.

Zweiter Wahlgang
Dennoch: Für Fischer wird der Kampf um die Hofburg jedenfalls eng. Denn auch FPÖ und Grüne wollen fix Kandidaten ins Rennen schicken und Claudia Haider könnte fürs BZÖ ins Rennen gehen.

Ein zweiter Wahlgang für den 70-jährigen Präsidenten ist somit unumgänglich – ein Vorteil für den um acht Jahre jüngeren Erwin Pröll (er ist 62), der es gewohnt ist, täglich bis zu 16 Stunden durchs Land zu touren.

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