12. Oktober 2009 18:25
Die grüne EU-Parlamentarierin Ulrike Lunacek macht Druck: „ÖVP-Chef Josef
Pröll darf sich nicht mehr vor seinem Vorgänger Schüssel fürchten. Ich
fordere von ihm die gleichen Rechte für Lesben und Schwule. Jetzt!“
Und auch die SPÖ, für die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek die
Schwulen-Ehe mitverhandelt, macht jetzt Druck. „Wir wollen, dass das Gesetz
am 1.Jänner in Kraft tritt, und verhandeln gerade zur Stunde über die bis zu
500 Nebengesetze vom Steuer-, über das Erbschafts- bis zum Sozialrecht, die
geändert werden müssen“, berichteten die zuständige Ministerin
Claudia Bandion-Ortner und die SP-Verhandlerin unisono.
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Der Koalitions-Deal zur Homo-Ehe
- HEIRAT AM STANDESAMT:Streitpunkt jetzt ausgeräumt.
Weil in Bayern die Homo-Ehe beim Notar für Bürokratie-Chaos sorgte,
wird diese Variante wie beim Nachbarn verworfen – es wird am
Standesamt geheiratet.
- FINANZIELL GLEICH: 500 Gesetze ändern sich.
Um auch in sozial-, steuer- und erbrechtlichen Belangen gleiche Rechte
durchzusetzen, werden derzeit 500 Gesetze durchforstet – und bald
geändert.
- GESETZ GILT AB 2010: Letzte Terminfragen offen.
Bandion-Ortner will sich Zeit lassen, die SP sofort abschließen.
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Eheschließung wird am Standesamt möglich
Zu
Wochenbeginn wurde jedenfalls der wichtigste Punkt koalitionsintern außer
Streit gestellt: Die Eheschließung wird am Standesamt, oder – in ländlichen
Gebieten – bei einer Personenstandsbehörde eines Standesamtsverbandes
möglich. Im Klartext: Weigern sich die Bürgermeister kleinerer
Landgemeinden, eine Homo-Ehe im Gemeindeamt zu schließen, wird dies in der
nächsten Stadt jederzeit möglich.
Neben der Feinarbeit, die etwa notwendig ist, um erb- und sozialrechtlich
Homo-Ehen mit Hetero-Ehen gleichzustellen, hakt es koalitionsintern derzeit
noch am Fahrplan:
Streit um Termin für die allererste Homo-Ehe
Bandion-Ortner
will nichts davon wissen, dass paktiert sei, dass die Homo-Ehe ab 1. Jänner
2010 in Kraft tritt. Sie habe immer gesagt, dass ein wasserdicht paktiertes
Gesetz bis Jahresende fertig sein solle. Mehr nicht. Ein Punkt, der
Heinisch-Hosek stört: Sie will „aufs Tempo drücken“, um endlich das
Versprechen der Gleichstellung Homosexueller einzulösen – was sogar Bayern
noch vor Österreich geschafft hat.