03. März 2010 19:42
„Die Indianer konnten Einwanderer nicht stoppen. Jetzt leben sie in
Reservaten.“ Mit Sprüchen wie diesen warnte Horst Jakob Rosenkranz die
Bevölkerung in den 1990er Jahren vor der „Ausländerflut“. Der Ehemann von
Barbara Rosenkranz und Vater ihrer zehn Kinder agitierte auch gegen den
EU-Beitritt und später gegen den EU-Austritt Österreichs. Er ist in der
heimischen rechtsrechten Szene seit den 1980er Jahren eine große Nummer. Die
Wiener SPÖ vertrat nach Ansicht des früheren Film-Cutters (er verlor 1990
seinen Job und ist seither „Hausmann“) einen „Umvolkungsplan“. Rosenkranz
umgibt sich gern mit dem harten Kern des ultrarechten Lagers: Ab 1983 sah
man ihn auf Veranstaltungen der später verbotenen NPD des Neonazis Norbert
Burger. Später wurde er mit Funktionärsaufgaben betraut. 1990 gründete er
mit Holocaust-Leugner Gerd Honsik und dem Rechtsextremisten Franz Radl die
Liste „Nein zur Ausländerflut“. Bei der damaligen Wienwahl durfte er
allerdings nie antreten. „Seiner Mitgliedschaft bei der (…) NPD kommt im
Hinblick auf seinen engagierten Einsatz mehr als nur die Rolle eines
schlichten Mitläufers zu“, hieß es damals zur Person von Rosenkranz. Dessen
Liste wurde wegen Wiederbetätigung verboten.
Ab 1991 war er Obmann des „Vereins zur Förderung der ganzen Wahrheit“ und
bald darauf Vorsitzender der Partei „Kritische Demokraten“, die laut
Dokumentationsarchiv als „Bindeglied zwischen der rechtsextremen bis
zuweilen neonazistischen Szene und der FPÖ gilt“. Zudem publiziert er in der
einschlägigen Postille „Fakten“. Dort schreibt er auch immer wieder
eindeutig zuordenbare Editorials.
In der offiziellen FPÖ-Welt taucht Herr Rosenkranz aus Rücksicht auf die
Karriere seiner Frau hingegen selten auf. Nur bei einschlägigen
Sonnwendfeiern und Co. ist Hausmann Rosenkranz samt Kinderschar an der Seite
seiner deutsch-nationalen Frau zu sehen …