12. Februar 2009 11:43
SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied fordert den Stadtschulrat für Wien
auf, ein sofortiges Unterrichtsverbot gegen einen islamischen
Religionslehrer der Kooperativen Mittelschule Ottakring auszusprechen. Der
Lehrer hat seine Schüler aufgefordert, bei einigen - von ihm in einer Liste
festgehaltenen - internationalen Unternehmen nicht einzukaufen, da diese "jüdisch"
seien.
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Sofortiges Unterrichtsverbot
Die dokumentierte Aufforderung an
die Schüler widerspreche den Wertvorstellungen, die für alle
österreichischen Schulen - auch den Religionsunterricht - gemäß Art. 14 Abs.
5a B-VG festgeschrieben sind, begründet Schmied ihre Entscheidung. Gemäß § 3
Abs. 3 des Religionsunterrichtsgesetzes sei bei Gefahr im Verzug das
sofortige Unterrichtsverbot gerechtfertigt, da Religionslehrer den
staatlichen schulrechtlichen Vorschriften unterliegen und ein
Weiterverbleiben in der Schule schwere Schädigungen der Interessen der
Schule und der Schülerinnen und Schüler mit sich bringt.
Endgültiger Entzug der Lehrerlaubnis
Schmied verlangt
weiters von der Glaubensgemeinschaft - wie im 5-Punkte-Programm für den
islamischen Religionsunterricht festgeschrieben - den endgültigen Entzug der
Unterrichtserlaubnis für den Lehrer. Dieser Schritt kann nur durch die
Glaubensgemeinschaft erfolgen.
Anzeige wegen Verhetzung
Auch eine Sachverhaltsdarstellung an
die Staatsanwaltschaft in Bezug auf den möglichen Tatbestand der Verhetzung
soll durch den Stadtschulrat erfolgen.
Schakfeh ortet "Einzelfall"
Der Präsident der
Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, will ein rasches Verfahren
für den Lehrer. Er betrachtet in der Causa aber einen "Einzelfall".
Derzeit seien keine ähnlichen Vorfälle gemeldet worden. Versäumnisse der
IGGiÖ sieht Schakfeh nicht, man habe schon nach dem Bekanntwerden der
Vorfälle den Betroffenen sofort ermahnt und ein Disziplinarverfahren
eingeleitet.