"Klärung"
Jetzt schießt sich auch die ÖVP auf Graf ein
Der 3. NR-Präsident Graf gerät immer stärker unter Druck. Jetzt verlangt auch die ÖVP die Klärung der Vorwürfe gegen Grafs Mitarbeiter.
Martin Graf hat Glück, dass Nationalratspräsidenten grundsätzlich nicht abwählbar sind. Denn sonst könnte es eng für den FPÖ-Politiker werden, dessen Mitarbeiter auf einer Kundenliste eines zwielichtigen Internet-Versandhauses stehen. Jetzt wenden sich die Klubobleute von SPÖ und ÖVP, Josef Cap und Karlheinz Kopf gegen den FPÖ-Präsidenten. Cap sagte, wenn die Vorwürfe stimmten, trage Graf allein die politische Verantwortung für sein Team. Kopf verlangt eine „Klärung“ der Vorwürfe und wartet auf das Ergebnis des Gesprächs, zu dem Graf von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) geladen wurde.
„Girlie-Shirt“ mit Deutschland-Adler
Grafs Mitarbeiter stehen auf der Liste eines deutschen Neo-Nazi-Internet-Versands: So soll der nunmehrige IT-Beauftragte im Büro des 3. Präsidenten, Sebastian P., im Jahr 2004 mehr als 30 T-Shirts mit rechtsradikalen Aufdrucken bestellt haben – Preis: immerhin stolze 522 Euro. Dass mehrere T-Shirts der Größe S(mall) sowie eines mit „Girlie“-Schnitt bestellt wurden, lasse Spekulationen zu, dass die Ware im Rahmen von einschlägigen Sommerlagern für Jugendliche verteilt worden sein könnte, sagte Heribert Schiedel vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands. Allerdings war der T-Shirt-Besteller zwecks Klärung des Sachverhalts nicht erreichbar.
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