11. Oktober 2008 19:32
Mehrere Vertreter der Parteispitze appellierten dabei an die
Gesinnungsfreunde, die "politische Vision" des BZÖ-Chefs weiterzutragen.
Landesrat Uwe Scheuch sprach von Haider als einen "politischen Vater",
Generalsekretär Stefan Petzner trat für Zusammenhalt ein, "auch in den
bitteren, schweren Stunden".
800 Trauernde anwesend
Parteifunktionäre, Freunde und Anhänger
hatten sich im VIP-Raum des Fußball-Stadions getroffen. In der Mitte des
Spielfelds brannten zu einem Kreis arrangierte Öl-Lichter um das Kärntner
Landeswappen. Auf einer Großleinwand wurde zudem Haiders Porträt abgebildet.
Auch das Kondolenzbuch für den verstorbenen Landeshauptmann lag in den
Räumen der Arena auf, vor dem sich eine Menschenschlange bildete. Bedrückte
Stimmung herrschte bei manch einem BZÖ-Funktionär, was die Zukunft der
Partei betrifft: "Allein sind wir jetzt eine Katastrophe", war zu hören.
"Wir brauchen alle ein bisschen Zeit, um zu begreifen", ergriff Petzner als
Erster beim offiziellen Teil der Gedenkstunde das Wort. Er erinnerte an die
"unglaubliche Lebensfreude, Lebenskraft und den Optimismus", die Haider
ausgezeichnet hätten. Daran müsse sich nun auch die Landespartei weiter ein
Beispiel nehmen. Haider habe immer den Wunsch geäußert, "dass wir sein Werk
weitertragen".
"Wenn der eine schläft, muss der andere wachen"
Landesklubobmann
Kurt Scheuch erinnerte daran, dass Haider bereits einmal das Land verlassen
habe - "Als man ihn abgewählt hat." Schon damals habe er gemeint: "Passt auf
mein Kärnten auf." Dies sei ein Motto, das man sich gerade nun zu Herzen
nehmen müsse. "Wenn der eine schläft, muss der andere wachen", so Scheuch.
Manfred Stromberger, erst kürzlich vom Landesgeschäftsführer zum
Bundesgeschäftsführer des Bündnisses aufgestiegen, zeigte sich ebenfalls
betroffen vom Tod Haiders. In allen Gasthäusern Klagenfurts hätten am
Samstag Kerzen gebrannt, berichtete er von der Trauerstimmung in der
Landeshauptstadt. Zudem seien etliche Bilder Haiders zu sehen gewesen. "Der
größte Mann des Landes hat seine Augen für immer geschlossen", so der enge
Vertraute des Verstorbenen. Diesem gebühre auch Dank, "weil er uns allen
Arbeit und Brot gegeben hat".
Uwe Scheuch appellierte ebenfalls an das weitere Miteinander nicht nur in
der Kärntner Partei. Er erzählte eine Anekdote, wie sein elfjähriger Sohn
vom Tod Haiders erfuhr: "Papa, das geht nicht. Er kann nicht sterben, weil
er ist der Landeshauptmann von Kärnten." Scheuch zog einen drastischen
Vergleich: "Mich erinnert es an 9/11", sagte er unter Bezugnahme auf die
Terroranschläge vom 9. September 2001. "Es ist etwas Unfassbares."