Kampf um Europa beginnt

In den Startlöchern

 

Kampf um Europa beginnt

Der EU-Frust ist groß, das Interesse der Bevölkerung gering: Sechs Wochen vor der Europa-Wahl am 7. Juni starten die Parteien mit schwierigen Ausgangspositionen. „Wegen der geringeren Wahlbeteiligung wird Mobilisierung zum alles entscheidenden Faktor. Wer seine Basis besser aufstachelt, gewinnt“, analysiert Politikberater Thomas Hofer, der für ÖSTERREICH alle Kandidaten einem Check unterzogen hat.

Hannes Swoboda, SPÖ:

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„Könnte vom EU-Kurs der SPÖ Enttäuschte wieder binden. Aber: Kein Basis-Kämpfer, hat noch wenig soziales Profil“, urteilt Hofer.

Ernst Strasser, ÖVP:

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„Bekannt. Kann mobilisieren. Aber: Noch unklare Positionierung, verprellt Grün-Wähler, die für die ÖVP gewinnbar waren“, analysiert Experte Hofer.

Ulrike Lunacek, Grüne:

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„Einzige Frau. Pro-EU-Schwenk gewagt, meidet aber Kannibalisierung mit anderen. Strahlt nicht wie Johannes Voggenhuber.“

Andreas Mölzer, FPÖ:

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„Klare Linie. Kann nach Absturz im Jahr 2004 nur gewinnen. Aber: Wenig Strahlkraft, viele Bewerber im Anti-EU-Eck“, meint unser Experte.

Ewald Stadler, BZÖ:

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„Wortgewaltig mit Volksanwalts-Image. Geht aber in ein fast aussichtsloses Rennen, weil er kaum eine Basis hat, die mobilisierbar wäre.“

Hans-Peter Martin, Unabhängig:

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„Klare Positionierung als EU-Rebell, medialer Rückenwind. Die starke Populismus-Konkurrenz gefährdet aber seinen Rekord aus 2004“, so Experte Thomas Hofer.

ÖVP hofft auf Krisenbonus
Die ÖVP positioniert sich als pro-europäische Partei und setzt angesichts der Finanzkrise auf Wirtschaftskompetenz. Mit dem Slogan „Die Zeiten werden härter, Europa wird wichtiger“ will man den ersten Platz erobern. Spitzenkandidat Ernst Strasser sei ein „politischer Vollprofi und anerkannter Spitzenmanager“, lobt Generalsekretär Fritz Kaltenegger.

SPÖ setzt auf Team
Im Gegensatz dazu platziert die SPÖ ihren Frontmann Hannes Swoboda in ein „A-Team“. Unter dem Motto „Wer schaut in der EU auf Österreich?“ scharen sich die Kandidaten hinter ihm. Neben der Mobilisierung eigener Wähler muss die SPÖ den Arbeiter-Abfluss in Richtung FPÖ stoppen, um erfolgreich zu sein.

FPÖ will „Tag der Abrechnung“
FP-Chef H. C. Strache fährt mit seinem Chef-Ideologen Andreas Mölzer einen radikalen Anti-EU-Kurs und mobilisiert für den „Tag der Abrechnung“. Dafür wird auch wieder fleißig gereimt, wie Slogans zeigen: „Für Österreich da statt für EU & Finanzmafia“, oder „Abendland in Christenhand“.

EU-kritisch gibt sich auch das BZÖ, wobei man neben ÖVP- auch FPÖ-Wähler im Visier hat: Frontmann Ewald Stadler präsentierte den blauen „Parteirebell“ Herbert Aspöck – einen oö. Landtagsabgeordneten – als EU-Kandidaten.

Als Pro-Europa-Partei wollen hingegen die Grünen mit Ulrike Lunacek punkten.

Martin tritt wohl an
Erst am Montag lässt sich EU-Rebell Hans-Peter Martin in die Karten schauen. Beobachter rechnen jedenfalls mit einer Kandidatur Martins – auch weil ihm ein Auftritt in der ORF-Pressestunde zugesagt wurde.

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