Karl: Mein Krisenplan für die Uni

ÖSTERREICH-Interview

© TZ Österreich (Kernmayer)

Karl: Mein Krisenplan für die Uni

ÖSTERREICH: Erhalten die Unis nicht sofort 300 Millionen, droht die Schließung von ganzen Studien. Können Sie das Geld bezahlen?

Beatrix Karl: Ich kämpfe jedenfalls dafür. Bis 2012 ist das Budget gesichert, ab 2013 brauchen wir frisches Geld. Der Anteil der nicht-staatlichen Mittel an der Uni-Finanzierung ist im internationalen Vergleich viel zu gering. Mein Vorschlag ist unter anderem die Wiedereinführung von Studiengebühren: Auch jene, die die Leistungen an den Universitäten in Anspruch nehmen, – also die Studierenden – sollen Ihren Beitrag leisten.

ÖSTERREICH: 300 Millionen Euro? Das wäre ja mehr als bis 2008 bezahlt wurde.

Karl: Es geht darum, dass jene Studenten zahlen sollen, die sich das auch leisten können. Zumindest einen Teil dieser fehlenden 250 bis 300 Millionen sollen sie beitragen. Die Unis müssten die Studienbeiträge selbstständig festlegen können. Aber mit gesetzlicher Obergrenze. Wichtig ist: Das Geld muss direkt im Hörsaal ankommen.

ÖSTERREICH: Aber die SPÖ ist vehement dagegen.

Karl: Ich glaube, dass sich die SPÖ auf Dauer unseren Argumenten nicht wird entziehen können. Erste konstruktive Stimmen gibt es, etwa von Landeshauptfrau Burgstaller.

ÖSTERREICH: Die Rektoren kritisieren, dass die Unis den Ansturm nicht mehr bewältigen können.

Karl: Ja, wir brauchen abseits der Studiengebühren Zugangsbeschränkungen in den Massenstudien.

ÖSTERREICH: Also Aufnahmetests für alle Studienrichtungen?

Karl: Zumindest Zugangsbeschränkungen für jene Richtungen, die überlaufen sind. Ob es Tests sein müssen, sollen die Universitäten selbst entscheiden. Es gibt ja auch die Möglichkeit von verschärften Studieneingangsphasen.

ÖSTERREICH: Sie wollen mit Beschränkungen die niedrige Akademikerrate bekämpfen? Wie soll das gehen?

Karl: Das ist kein Widerspruch. Die Aufnahmetests beim Medizinstudium haben die Drop-out-Quote massiv gesenkt. Es gibt also mehr Absolventen als vorher.

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