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ÖSTERREICH: Was waren die konkreten Stellen in dem
Buch, die Sie verletzt haben? Stefan Petzner: Das Buch
ist bedrucktes Klopapier und reine Menschenhatz. Diese Entwicklung
halte ich für schwer bedenklich. Es ist nicht mehr akzeptabel, dass es
in diesem Land überhaupt keine Grenzen, keinen Anstand und keine Moral
mehr gibt. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Der Herr
Schalko hat in seinem Leben noch nicht viel zusammengebracht und gibt
dann ein Buch heraus, das reine Hetzschrift ist und nichts mit Kunst
zu tun hat. Er will damit nur Geld scheffeln. Gerade deswegen verstehe
ich die Abweisung der Klage nicht. Ich habe nach dem Urteil die
Richterin auch gefragt, wie sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren
kann und ob sie weiß, was sie damit anrichtet – ich habe keine Antwort
von ihr bekommen. ÖSTERREICH: Sie helfen ihm ja mit
der Klage noch. Die Auflage des Buches hat sich damit verdoppelt. Petzner:
Mir war bewusst, dass Herr Schalko diese Klage nutzen wird. Er ist
damit an die Öffentlichkeit gegangen, hat sich damit seinen Spaß
gemacht. Ich habe das in Kauf genommen, denn mir geht es um Recht und
Gerechtigkeit . ÖSTERREICH: Wie viel kostet Sie der
Prozess finanziell? Petzner: Das weiß ich nicht.
Entscheidend ist, dass das Buch eine Hetzschrift gegen meine Person
ist, in meine Privat- und Intimsphäre eingreift. Auch der Stefan
Petzner ist ein Mensch, ich habe eine Familie, Freunde, Verwandte,
Angehörige – die auch durch das alles belastet und in den Dreck
gezogen werden. Diese Verrohung, die da stattfindet, wird dazu führen,
dass keiner mehr willens ist, in die Politik zu gehen, weil Politiker
heute Freiwild sind. ÖSTERREICH: Sie sind ja auch
nicht zimperlich… Petzner: Ich stelle die
Gegenfrage: Wenn ich so brutal wäre – warum wird dann immer
geschrieben, der Petzner ist so gefühlsbetont, weich, sensibel? Wenn
das ständig gegen mich verwendet wird, dann will ich das auch einmal
für mich verwenden. ÖSTERREICH: Schalko hat
hämisch gefragt, ob Sie vier Monate für das Buch zum Lesen gebraucht
haben... Petzner: Ich finde es lustig, dass gerade
diese Gutmenschen, die so sehr auf Toleranz aus sind, in Wahrheit die
intolerantesten, heuchlerischsten und hinterfotzigsten Leute ohne
jeden Charakter sind. Der Herr Schalko ist ein Paradebeispiel dafür.
Und wenn er schon fragt: Ich habe 30 Minuten dafür gebraucht. ÖSTERREICH:
Wie gehen Sie persönlich damit jetzt um? Petzner:
Das sind Momente, wo man sich die Sinnfrage stellt. Ich bin von der
Politik nicht abhängig, muss das nicht machen. Ich habe in den letzten
zwei Jahren sehr viel aushalten und einstecken müssen. Ich habe für
die Leute Wahlkämpfe gewonnen, die dann gegen mich geputscht haben.
Ich bin von den Medien gescholten worden, weil ich wie andere auch
Trauer gezeigt habe. Nach alldem stelle ich mir schon oft die Frage,
warum ich mir das alles antue und wie lange ich noch die Kraft habe,
diese seelischen Misshandlungen von Schalko & Co. auf mich zu nehmen.
Wofür?
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