Michaelis: Der Manager der Gier Michaelis: Der Manager der Gier

Prämien-Forderung

© Reismann

 

Michaelis: Der Manager der Gier

Peter Michaelis ist kein Mann vieler Worte. Der ÖIAG-Chef gibt sich gerne zugeknöpft und versteht die ganze Aufregung um seine Person nicht ganz, erzählen Kenner des Managers. Derzeit hat es Herr Michaelis freilich zum Paradebeispiel des „gierigen“ Managers geschafft. Denn das Sittenbild des hoch bezahlten Angestellten des Bundes hat es in sich:

  • Herr Michaelis verantwortet als ÖIAG-Boss nur noch drei staatsnahe Betriebe – Post, Telekom und OMV.
  • Für seine Aufsichtsratstätigkeiten wollte er sich höhere Bezüge gönnen.
  • Der ÖIAG-Boss bezieht eine Jahres-Gage von 715.000 Euro – aus Steuergeldern.
  • Und, weil man ja auch von etwas leben muss, erhielt der Manager auch noch einen Mietkostenzuschuss – in 14 (!) Monatstranchen – in Höhe von 43.604 Euro.
  • Da ein Manager selbstverständlich immer tipptop gekleidet sein muss, ist es wohl nicht weiter verwunderlich, dass Michaelis selbst seine Anzugs- und Sockenreinigungen vom Unternehmen vergüten lässt – zumindest, wenn er in Hotels absteigen muss.

Ostermayer platzt mit Michaelis nun der Kragen

Kein Wunder also, dass die Politik mit ihrem teuer bezahlten Mitarbeiter – Michaelis ist Angestellter der Republik – langsam, aber sicher der Kragen platzt. SP-Staatssekretär Josef Ostermayer attackiert Michaelis im ÖSTERREICH-Gespräch frontal: „Jetzt soll nächsten Dienstag auch noch in der OMV eine Erhöhung der Aufsichtsratsgagen beschlossen werden. Eine völlig fehlende Sensibilität greift um sich, es geht schließlich um Unternehmen, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist. Ich lege Michaelis dringend einen Rücktritt nahe.“ Michaelis denkt freilich nicht daran, freiwillig zurückzutreten. Gestern traf sich schließlich der ÖIAG-Aufsichtsrat zu einer Sitzung. Ein prominenter Teilnehmer berichtet: „Er hat wenig Verständnis für die Kritik an ihm. Und daher hat er sogar die geplanten Vergütungserhöhungen für den OMV-Aufsichtsrat auf der Tagesordnung gelassen.“

Dabei hatte ihm sein Chef – VP-Finanzminister Josef Pröll – erst Mittwoch einen Brief geschrieben, in dem er Michaelis aufgefordert hatte, auf ähnliche Forderungen bei der Post zu verzichten. Was Michaelis nach dem ÖSTERREICH-Bericht darüber auch machte. Wetten, dass er am Sonntag auch bei der OMV verzichtet?

Michaelis will wieder mehr Geld

Am Donnerstag zog Peter Michaelis seine höheren Vergütungsforderungen bei Telekom und Post zurück – nachdem seine Forderungen von ÖSTERREICH veröffentlicht wurden. Am Freitag tagte der ÖIAG-Aufsichtsrat und Herr Michaelis ließ einen pikanten Tagesordnungspunkt aufrecht. Am Dienstag tagt der OMV-Aufsichtsrat und dort sollen die Vergütungen für die Aufsichtsräte (Michaelis und Co.) beschlossen werden.

SP-Staatssekretär Ostermayer fordert Michaelis auf, auf diese neuerliche Vergütungserhöhung sofort zu verzichten. Das AR-Aufsichtsratsgehalt soll jedenfalls von 29.200 auf 30.660 erhöht werden.

Sein Stellvertreter soll von 21.900 auf 22.995 steigen. Die übrigen Mitglieder sollen statt 14.600 nun 15.330 Euro kriegen.

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