19. März 2010 21:03
Peter
Michaelis ist kein Mann vieler Worte. Der ÖIAG-Chef gibt sich gerne
zugeknöpft und versteht die ganze Aufregung um seine Person nicht ganz,
erzählen Kenner des Managers. Derzeit hat es Herr Michaelis freilich zum
Paradebeispiel des „gierigen“ Managers geschafft. Denn das Sittenbild des
hoch bezahlten Angestellten des Bundes hat es in sich:
- Herr Michaelis verantwortet als ÖIAG-Boss nur noch drei staatsnahe
Betriebe – Post, Telekom und OMV.
- Für seine Aufsichtsratstätigkeiten wollte er sich höhere
Bezüge gönnen.
- Der ÖIAG-Boss bezieht eine Jahres-Gage von 715.000 Euro – aus
Steuergeldern.
- Und, weil man ja auch von etwas leben muss, erhielt der Manager auch
noch einen Mietkostenzuschuss – in 14 (!) Monatstranchen –
in Höhe von 43.604 Euro.
- Da ein Manager selbstverständlich immer tipptop gekleidet sein
muss, ist es wohl nicht weiter verwunderlich, dass Michaelis selbst
seine Anzugs- und Sockenreinigungen vom Unternehmen vergüten lässt
– zumindest, wenn er in Hotels absteigen muss.
Ostermayer platzt mit Michaelis nun der Kragen
Kein Wunder also, dass die Politik mit ihrem teuer bezahlten Mitarbeiter –
Michaelis ist Angestellter der Republik – langsam, aber sicher der Kragen
platzt. SP-Staatssekretär Josef Ostermayer attackiert Michaelis im
ÖSTERREICH-Gespräch frontal: „Jetzt soll nächsten Dienstag auch noch in der
OMV eine Erhöhung der Aufsichtsratsgagen beschlossen werden. Eine völlig
fehlende Sensibilität greift um sich, es geht schließlich um Unternehmen, an
denen die öffentliche Hand beteiligt ist. Ich lege Michaelis dringend einen
Rücktritt nahe.“ Michaelis denkt freilich nicht daran, freiwillig
zurückzutreten. Gestern traf sich schließlich der ÖIAG-Aufsichtsrat zu einer
Sitzung. Ein prominenter Teilnehmer berichtet: „Er hat wenig Verständnis für
die Kritik an ihm. Und daher hat er sogar die geplanten Vergütungserhöhungen
für den OMV-Aufsichtsrat auf der Tagesordnung gelassen.“
Dabei hatte ihm sein Chef – VP-Finanzminister Josef Pröll – erst Mittwoch
einen Brief geschrieben, in dem er Michaelis aufgefordert hatte, auf
ähnliche Forderungen bei der Post zu verzichten. Was Michaelis nach dem
ÖSTERREICH-Bericht darüber auch machte. Wetten, dass er am Sonntag auch bei
der OMV verzichtet?
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Michaelis will wieder mehr Geld
Am Donnerstag zog Peter Michaelis seine höheren Vergütungsforderungen
bei Telekom und Post zurück – nachdem seine Forderungen von ÖSTERREICH
veröffentlicht wurden. Am Freitag tagte der ÖIAG-Aufsichtsrat und
Herr Michaelis ließ einen pikanten Tagesordnungspunkt aufrecht. Am
Dienstag tagt der OMV-Aufsichtsrat und dort sollen die Vergütungen für
die Aufsichtsräte (Michaelis und Co.) beschlossen werden.
SP-Staatssekretär Ostermayer fordert Michaelis auf, auf diese
neuerliche Vergütungserhöhung sofort zu verzichten. Das
AR-Aufsichtsratsgehalt soll jedenfalls von 29.200 auf 30.660 erhöht
werden.
Sein Stellvertreter soll von 21.900 auf 22.995 steigen. Die übrigen
Mitglieder sollen statt 14.600 nun 15.330 Euro kriegen.
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