16. April 2009 12:19
Kaum ein politisches Buch hat in jüngster Zeit schon im Vorfeld so viel
Wirbel verursacht, wie die neue Publikation des freiheitlichen
EU-Abgeordneten Andreas Mölzer "Europa 2084 - Orwell lässt grüßen". Vielmehr
war es aber die Einladung des umstrittenen Gastredners Walter Marinovic bei
der Präsentation im Hohen Haus als das Gedruckte selbst. Dieses präsentiert
sich als eine Sammlung von im Dritten Lager bekannt düsteren Ansichten mehrerer
Autoren zu Europa.
Ende des Abendlandes
Mölzers eigener Beitrag gibt auch
gleichzeitig die Linie vor. Denn die Visionen des britischen Schriftstellers
Orwell in dessen Werk "1984" seien genauso gut auf die europäische Realität
umzulegen. Der blaue Spitzenkandidat sagt unter anderem "bürokratischem
Reglementierungswahn", "linkem Tugendterror" und der political correctness
offen den Kampf an und befürchtet - wie schon sooft zuvor - das Ende der
abendländischen Kultur, der Demokratie und selbst der europäischen Völker
durch den Verlust alter Werte und Traditionen. Doch selbst Kulturpessimist
Mölzer hegt noch Hoffnung auf eine Umkehr durch eine Reform der EU.
"Entrechtet und überwacht"
Nicht viel anders lesen
sich die Beiträge von Mölzers literarischen Mitstreitern. "Der gläserne
Mensch - entrechtet und überwacht" ist das Objekt von Dietmar Holzfeind, bei
Katrin Niessner ist der Mensch ohnehin "alleine gelassen". Das "Ende der
europäischen Umwelt" sieht Wolf-Rüdiger Mölzer, noch pessimistischer gibt
sich Wendelin Mölzer im Kapitel "Das Ende Österreichs".
Service: Andreas Mölzer (Hg.): "Europa 2084 - Orwell lässt grüßen", FPÖ
Bildungsinstitut 2009, 420 Seiten, ISBN 978-3-900052-99-7)