01. Dezember 2008 14:54
So manches der neuen Regierungsmitglieder wird sich bei der Angelobung wohl
wie am ersten Schultag gefühlt haben. Herausgeputzt und von ihren Familien
begleitet, haben die neuen Minister und Staatssekretäre unter
Blitzlichtgewitter ihren großen Tag angetreten. Viele wurden von ihren
Ehegatten und Kindern begleitet.
Josef Prölls kleine Tochter war sogar der heimliche Star im
Bundeskanzleramt. Während sich ihr Bruder vor den Medien versteckte, stand
sie vor dem Ministerrat im Mittelpunkt - noch bevor die neue Regierung
überhaupt am Ministerrats-Tisch Platz nehmen durfte, ließ sie sich dort
ablichten.
Von seiner Frau Martina begleitet wurde neue Bundeskanzler Werner Faymann.
Die Kanzlergattin wirkte sehr entspannt: Es gehe ihr recht gut, sagte sie.
Sie wolle versuchen, normal weiterzuleben, obwohl ihr das wahrscheinlich
nicht immer gelingen werde, so Martina Faymann-Ludwig. Über den anstehenden
Opernball-Besuch habe sie sich noch keine Gedanken gemacht.
Der sichtlich stolze Vater von Verteidigungsminister Norbert Darabos wird
wohl auf vielen Fotos neben seinem Sohn zu sehen sein.
Die neuen Minister nutzten ihren ersten Auftritt auch für
Kennenlern-Gespräche mit Journalisten und nahmen Gratulationen entgegen.
Festlich wirkte das Bundeskanzleramt freilich auch durch den
Weihnachtsschmuck und einen großen Christbaum im Steinsaal.
Das war der oe24-Live-Ticker zur Angelobung:
13.00 Uhr: Ende des Live-Tickers
12.44 Uhr: Alfred Gusenbauer hat offiziell das Kanzleramt an seinen
Nachfolger Werner Faymann übergeben. Im Anschluss an eine kurze Unterredung
präsentierten sich die beiden SPÖ-Politiker mehreren hundert Mitarbeitern
des Hauses. Gusenbauer meinte, er könne Faymann mit sehr gutem Gewissen das
Haus übergeben: "Alles Gute und toi toi toi."
12.28 Uhr: Die Ministerratssitzung wird im Kabinett Faymann künftig
wieder am Dienstag um 10.00 Uhr stattfinden. Im Anschluss wird es wie
gewohnt ein Pressefoyer geben. Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler
Josef Pröll werden dem Vernehmen nach von der unter der Regierung Gusenbauer
wieder aufgenommenen Tradition des Stehfoyers wieder abrücken und die Presse
im Sitzen informieren. Die Regierungskoordination erfolgt künftig Montag ab
17.00 Uhr unter Federführung von Infrastrukturministerin Doris Bures und
Innenministerin Maria Fekter.
12. 22 Uhr: Die neuen Minister und Ministerinnen von SPÖ und ÖVP
sind nach ihrer Angelobung auch im Internet schnell im Amt gewesen.
Sämtliche Homepages der Ministerien waren um die Mittagszeit bereits
vollständig aktualisiert. Besonders eilig hatte es Rudolf Hundstorfer (S).
Noch bevor ihn Bundespräsident Heinz Fischer angelobt hatte, firmierte er im
Internet bereits als neuer Sozialminister.
12.10 Uhr: Der neue Außenminister Michael Spindelegger realisiert
beim Verlassen des Bundeskanzleramtes die neue, größere Verantwortung, die
jetzt auf seinen Schultern lastet: "Erst jetzt beginne ich zu
realisieren, dass ich Außenminister der Republik Österreich bin und damit
auch mehr in der Öffentlichkeit stehen werde - mit großer Verantwortung für
das Land."
12.01 Uhr: Gabriele Heinisch-Hosek (S) übernimmt um 12 Uhr das
Frauen- und Beamtenministerium am Minoritenplatz von ihrer Vorgängerin
Heidrun Silhavy. Am Stubenring übergibt zur gleichen Zeit der neu
Vizekanzler und frühere Landwirtschaftsminister Josef Pröll das
Landwirtschaftsressort an Parteifreund Nikolaus Berlakovitch
11.30 Uhr: Der neue Wirtschaftsminister, Reinhold Mitterlehner,
übernimmt sein Ressort von Amtsvorgänger Martin Bartenstein.
11.22 Uhr: Die ersten der neu ernannten Minister begeben sich an
ihre neuen Arbeitsplätze.
11.11 Uhr: Wissenschaftsminister Johannes Hahn geht davon aus, dass
er bis Ende Dezember in Vertretung von Claudia Bandion-Ortner auch das
Justizministerium führen wird. "Anfang des Jahres" werde die
Richterin Bandion-Ortner übernehmen, sagte Hahn am Rande der Angelobung. Die
Weihnachtsamnestie wird daher heuer Hahn abwickeln.
10.52 Uhr: Faymann will mit Pröll essen gehen - der ziert sich: Werner
Faymann schilderte seinen weiteren Tagesverlauf folgendermaßen: Nach der
Amtsübergabe durch seinen Vorgänger Alfred Gusenbauer wollte er Studenten
empfangen, anschließend sein früheres Ministerium an die neue
Verkehrsministerin Doris Bures übergeben und am Abend mit seiner Frau ein
Abendessen zu viert mit den Prölls genießen. Um 22.00 Uhr stand ein
gemeinsamer Auftritt Faymann-Pröll in der "ZiB 2" auf dem
Programm. Pröll bestätigte zwar den gemeinsamen TV-Termin; ob sich das
Abendessen ausgehen wird, wisse er aber nicht, so Pröll.
10.31 Uhr: Gegen Mittag werden die Ämter übergeben: Um 12.00 Uhr
etwa an Frauen- und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S), um 13.00
Uhr an Sozialminister Rudolf Hundstorfer, und um 13.00 übernimmt Josef Pröll
die Geschäfte im Finanzministerium.
10.22 Uhr: Obwohl sich die Zusammensetzung einzelner Ressorts
verändert - unter anderem wandern die Arbeitsmarkt-Agenden vom Wirtschafts-
ins Sozialministerium - wurde die neue Regierung übrigens noch entsprechend
der bisherigen Aufgabenverteilung angelobt. Die neuen Zuständigkeiten müssen
erst durch eine Änderung des Ministeriengesetzes beschlossen werden.
10.17 Uhr: Für die neue Regierung stand im Anschluss die
konstituierende Sitzung des Ministerrats am Programm.
10.13 Uhr: Die erstmals für fünf Jahre angelobte
Regierungsmannschaft schreitet wieder zurück ins Bundeskanzleramt. Dort
findet die "Schlüsselübergabe" und das Gruppenfotos
statt.
09.56 Uhr: Bundespräsident Fischer lädt die neue Regierung samt
Partner ins Jagdzimmer zu Erfrischungen und Brötchen. Für diesen
abschließenden Teil der Angelobungszeremonie sind rund 10 Minuten
vorgesehen.
09. 53 Uhr: Im Anschluss wünschte der Bundespräsident den Ministern "viel
Erfolg". "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit jedem
Einzelnen von Ihnen."
09.47 Uhr: Alle Minister und Staatssekretäre unterschreiben ihre
Dekrete.
09. 41 Uhr: Johannes Hahn von der ÖVP wird zum Wirtschaftsminister
ernannt, zusätzlich betraut ihn Bundespräsident Fischer vorübergehend mit
den Agenden des Justizministeriums, da die für das Justizressort vorgesehene
Claudia Bandion-Ortner durch eine Grippe verhindert ist, und noch das
BAWAG-Urteil fertigstellen muss. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt als
Justizministerin angelobt.
09.37 Uhr: In entspannter Atmosphäre ernennt Bundespräsident Fischer
alle anderen Minister per Namensnennung.
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Die Angelobungsformel im Wortlaut
"Sie werden im Sinne des Artikel 72 des
Bundes-Verfassungsgesetzes geloben, die Bundesverfassung und alle
Gesetze der Republik Österreich getreulich zu beobachten und die mit
Ihrem Amte verbundenen Pflichten nach besten Wissen und Gewissen zu
erfüllen." Unter den Worten "Ich gelobe" erfolgt
die Unterschrift des neuen Regierungsmitgliedes und des
Bundespräsidenten.
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09.35 Uhr: SPÖ-Chef Werner Faymann spricht das Gelöbnis als neuer
Bundeskanzler und bekräftigt es mit einem Handschlag gegenüber dem
Bundespräsidenten. Anschließend bekräftigt er das Gelöbnis auch noch mit
einer Unterschrift.
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09.32 Uhr: Bundespräsident Heinz Fischer tritt mit Werner Faymann
vor die Presse und ernennt ihn zum neuen Bundeskanzler: " Es gibt einen Vertrauensvorschuss
und große Erwartungen der Bürger an neue Regierung. Das ist eine große
Verantwortung für alle Mitglieder der neuen Bundesregierung. Auch die
längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Das ist heute der erste
Schritt in eine wie ich hoffe gute Zukunft", gab Fischer der neuen
Regierung mit auf den Weg
09.30 Uhr: Die künftigen Minister nehmen unterdessen Aufstellung.
Die Herren alle in dunklen Anzügen, die Damen stechen durch Farbtupfer
hervor. Doris Bures etwa mit einer violetten Jacke, Gabriele Heinisch-Hosek
mit einem hellen Kostüm.
09.27 Uhr: Über den langen Gang gelangt das Regierungsteam in das
Maria-Theresien-Zimmer. Werner Faymann und Josef Pröll, beide im dunklen
Anzug mit dunkler Krawatte, verschwinden hinter der roten Samttür, die zum
Büro des Bundespräsidenten führt. Dort legen sie formell dem Staatsoberhaupt
noch einmal die Minísterliste vor.
09. 23 Uhr: Die neue Bundesregierung entschwindet im Eingang zur
Hofburg. Jetzt geht es die Stiegen hinauf zur Präsidentschaftskanzlei.
09.20 Uhr: Die Mitglieder der neuen Bundesregierung marschieren über
den Ballhausplatz in die gegenüber liegende Präsidentschaftskanzlei. Rund 60
Zuschauer applaudieren, als die von SPÖ-Chef Werner Faymann und ÖVP-Chef
Josef Pröll angeführte Ministerriege an ihnen vorbeigeht.
09.16 Uhr: Ganz komplett ist die Regierungsriege heute noch nicht:
Claudia Bandion-Ortner, Justizministerin auf ÖVP-Ticket, wird zu einem
späteren Zeitpunkt angelobt. Ein grippaler Infekt und die Fertigstellung der
BAWAG-Urteile stehen im Weg, derweil übernimmt Wissenschaftsminister
Johannes Hahn die Justiz-Agenden.
09.11 Uhr: Der Zeitplan: Um 9.20 Uhr geht es über den Ballhausplatz
zum Bundespräsidenten, wo um 9.30 Uhr angelobt wird. Danach ist im
Bundeskanzleramt der konstituierende Ministerrat samt obligatorischem "Familienfoto"
an der Reihe.
09.07 Uhr: Bei sonnigem Wetter haben sich rund 40 Journalisten vor
dem Bundeskanzleramt eingefunden, um die neue Regierung bei ihrem Weg über
den Ballhausplatz zu begleiten.
09.02 Uhr: Vor der Hofburg haben sich nur wenige Schaulustige
eingefunden, die Polizei rechnet mit keinen Störungen.
08.55 Uhr: Bundepräsident Heinz Fischer ist bereits in der Hofburg
eingetroffen. Im Ö3-Interview zeigt sich das Staatsoberhaupt erleichtert,
dass die Regierungsbildung rasch über die Bühne gegangen ist: "Ich
habe immer gesagt, ich wünsche mir eine neue Regierung vor Weihnachten. Dass
es schon am 2. Dezember zur Angelobung kommt, freut mich umso mehr."
Regierungserklärung
Am Mittwoch schließlich steht im
Parlament die Regierungserklärung auf dem Programm. Bald-Kanzler Werner
Faymann hat allerdings schon am Montag das Wort ergriffen: In einem "Brief
an die Redaktionen" hat er geschrieben, man wolle der Bevölkerung "Vertrauen
geben".
"Brief an die Redaktionen"
Ganz dem Harmonie-Kurs
entsprechend, den Rot-Schwarz derzeit fährt, sprach Faymann in dem Schreiben
Volkspartei-Chef Josef Pröll, ab Dienstag Vizekanzler, seinen "besonderen
Dank" für "das faire Klima bei den Verhandlungen" aus.
Und zählte die "wichtigsten Herausforderungen der Zukunft"
auf, darunter Gesundheitsreform, Sicherung der Pensionen oder Bildungs- und
Forschungspolitik. Und: In Sachen EU-Volksabstimmung gelte "nach der
Wahl das Gleiche wie vor der Wahl" - er werde versuchen, bis zu einem
allfälligen neuen EU-Vertrag die ÖVP von einer Volksabstimmung zu
überzeugen. Lesen
Sie den gesamten Brief hier.