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Neuer Skandal um Eurofighter

Gegengeschäfte

Neuer Skandal um Eurofighter

Die umstrittenen Eurofighter-Gegengeschäfte sorgen wieder für Aufregung. Rund um diese Deals existiere ein dubioses Netzwerk aus Briefkastenfirmen, sagte der Grüne Peter Pilz am Samstag gegenüber ÖSTERREICH. Pilz spricht von rund 40 Millionen Euro an Zahlungen, die durch die existierenden Eurofighter-Verträge mit der Republik nicht gedeckt seien.

Über mehrere Scheinfirmen und Strohmänner sei der eigentliche Zweck dieser Gelder verdeckt worden, schreibt der Grüne auch in einer neuen parlamentarischen Anfrage. „Wir müssen prüfen, ob es sich um illegale Provisionen und Schmiergelder handelt“, erklärt Pilz.

Dubioses Netzwerk
Klar ist vorerst nur: Für die Koordinierung der Gegengeschäfte verwendete der Eurofighter-Produzent und Weltkonzern EADS ausgerechnet eine winzige britische Firma namens Vector Aerospace. Kurioserweise verfügt dieses Unternehmen zwar über keinen einzigen bezahlten Angestellten, aber über riesige Umsätze von 40 Millionen Euro – und das allein in den Jahren 2004 bis 2006.

Wien-Connection
Stolze 7,6 Millionen Euro flossen laut Pilz etwa an Walter Schön, der einer alten Wiener Waffenhändlerdynastie entstammt. Und: Wie der Zufall so spielt, ist Schön auch Mitinhaber der Euro Business Development (EBD), die mit dem Wirtschaftsministerium die Jet-Gegengeschäfte abwickelt. EBD-Chef Klaus-Dieter Bergner musste im Vorjahr zwar im Eurofighter-U-Ausschuss aussagen, schwieg dort aber über die konkrete Finanzierung seiner Firma. Schon damals hatten die Abgeordneten freilich eine Rechnung über 120.000 ­Euro an die Vector Aerospace entdeckt. Verwendungszweck: offen und unklar.

28 Fragen
Pilz fordert jetzt jedenfalls von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) Aufklärung über die Geldflüsse und Netzwerke. 28 Fragen des Grünen muss der Ressortchef binnen zwei Monaten beantworten. Viel dürfte dabei freilich nicht herauskommen. Vor Kurzem stellte Bartenstein bereits klar, dass ihm die EADS-Drehscheibe Vector Aerospace gar nicht bekannt sei. Pilz überlegt indes bereits, die Staatsanwaltschaft mit dem schwer durchschaubaren Netzwerk zu beschäftigen.

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